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Vorlesetag
Spinne Otto zu Gast in der Ditib-Moschee

Vorlesetag: Spinne Otto zu Gast in der Ditib-Moschee
Oberbürgermeister Tim Kurzbach zog beim Vorlesetag die Kinder mit der Geschichte vom Land der großen Wörterfabrik in den Bann. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Ein wildes Durcheinander herrscht im zweiten Stock der Ditib-Moschee an der Kasernenstraße. Rund 25 Kinder sind gekommen, um sich von Vorlesepaten spannende Geschichten und Märchen erzählen zu lassen.

Beate Kunisch, die bereits seit elf Jahren Vorlesepatin ist, hat das Märchen "Dornröschen" mitgebracht. Und weil das Vorlesen auch immer mit einer kleinen Aktion verbunden wird, liegt Wolle bereit. "Wir machen ein bisschen Fingerhäkeln", verrät sie. Da Dornröschen ja Wolle spinnt, passe das ganz gut.

Claudia Elsner-Overberg vom Kommunalen Integrationszentrum hat schon mal die ganze Kinderschar versammelt und übt mit ihnen einen Tanz ein. Bewegung muss zwischendurch sein, damit es wieder mit dem Zuhören klappt. Ayfer Öztürk ist ganz neu bei den Vorlesepaten dabei. "Ich habe im April den Workshop mitgemacht", erzählt die gelernte Kommunikationsdesignerin. Sie wollte gerne etwas mit Kindern machen. "Es macht so viel Spaß, die Begeisterung der Kinder in ihren Augen zu sehen." Ayfer möchte den Kindern mit der Geschichte, die sie mitgebracht hat, die Angst vor Spinnen nehmen. "Otto, die kleine Spinne", heißt das Buch. Nach dem Vorlesen bastelt sie mit den Kindern lauter kleine Ottos. Mit Styroporkugeln, Wackelaugen und Pfeifenreinigern.

Geschichten von größeren Tieren hat Elizabeth Horalek-Diaz mitgebracht - Katze, Hund, Bär. "Die Bücher sind alle zweisprachig", erklärt die gebürtige Kolumbianerin. Denn zweisprachig wird auch vorgelesen - dieses Mal in deutscher, türkischer und spanischer Sprache. Und einen ganz besonderen Gast durften die Kinder auch noch begrüßen. Oberbürgermeister Tim Kurzbach kam in die Moschee, um sein Talent als Vorleser unter Beweis zu stellen. "Ich habe selbst als Kind sooo gerne Geschichten gehört", erzählt er seinem jungen Publikum. Seine Großeltern hätten ihm Geschichten aus allen Ländern vorgelesen. Dann klappt er das Buch auf und liest die Geschichte vom Land der großen Wörterfabrik, wo man die Wörter erst kaufen und schlucken muss, bevor man sie aussprechen kann, und wo das Sprechen sehr teuer ist. Während er liest und die Bilder zeigt, rutschen die Kinder immer dichter heran. Berührungsängste gibt es keine. Das mag vielleicht auch an den Süßigkeiten liegen, die er mitgebracht hat. Mit einem Tanz wird der Oberbürgermeister verabschiedet. Und getanzt wird auch in der Pause - von einer Tanzgruppe aus dem Kosovo.

Quelle: RP
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