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Auszeichnung
Ulla Feldhaus erhält das Verdienstkreuz am Bande

Solingen. Für ihre vielfältigen Verdienste zeichnete NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Rahmen einer Feierstunde in Düsseldorf Ulla Feldhaus mit dem Verdienstkreuz am Bande aus. Damit wurde auch ihre jahrzehntelange Arbeit gewürdigt.

Denn Ulla Feldhaus packt an. Das beginnt schon 1972, als sie mit weiteren Eltern in Solingen auf eine "selbstbestimmte Erziehung" ihrer Kinder setzt. Gemeinsam wollte die Gruppe einen selbstverwalteten Kindergarten für ihre Kinder eröffnen und gründete den Verein "Elterninitiative Kinderladen Solingen". Auf Erfahrungen konnte man damals noch nicht zurückgreifen, heißt es in der Laudatio, man musste sie erst selber machen. Entsprechend schwierig gestalteten sich darum die Verhandlungen mit Genehmigungsbehörden und Zuschussgebern.

Als Vorstandsmitglied und Pädagogin arbeitete Ulla Feldhaus das pädagogische Konzept aus, das sich an gesetzlichen Vorgaben ebenso wie an den Wünschen der Elternschaft orientieren musste. Die Mühen waren nicht vergeblich: Zwei Jahre später, 1974, nahm der "Kinderladen" den Betrieb auf. Er existiert bis heute und ist Vorbild für andere selbstverwaltete Einrichtungen.

Aber nicht nur als Pionierin bei der Kindererziehung kann man darauf zählen, dass Ulla Feldhaus anpackt. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten auf zahlreichen weiteren Themenfeldern. Ende der 1990er Jahre wurde auf ihre Initiative hin der Förderverein "Hexenkessel" gegründet. Dort bekommen Frauen unbürokratisch Hilfe, deren Leben sich im Umbruch befindet oder die in eine Notlage geraten sind. Seit Beginn gehört Ulla Feldhaus zu den "Vorstandshexen", die bis heute den Verein mit kreativen Ideen bereichern.

Und sicher hätte sich Ulla Feldhaus auch als Kommunalpolitikerin manches Mal gewünscht, "hexen" zu können. Aber so wie in ihrem Beruf als Lehrerin muss man auch in der Kommunalpolitik viel Geduld und einen langen Atem haben, um erfolgreich sein zu können. Leider ohne Zauberstab. Aber auch ohne Zauberstab war und ist Ulla Feldhaus erfolgreich: Seit 1967 Mitglied der SPD, gehörte Ulla Feldhaus von 1989 bis 2009 der Ratsfraktion ihrer Partei im Rat der Stadt Solingen an; von 1999 bis 2009 war sie ehrenamtliche Bürgermeisterin.

Benachteiligte Kinder- und Jugendliche stehen für Ulla Feldhaus immer wieder im Fokus ihres Engagements. So auch als Vorstandsmitglied bei ProFamilia Solingen. Hier setzt sie sich seit vielen Jahren dafür ein, dass vor allem Mädchen und Jungen aus Förderschulen mit frühzeitiger Aufklärung ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht wird. Auch mit der Gründung des Vereins "Tischlein-deck-dich Solingen" sollen in erster Linie Kinder unterstützt werden, die sich im offenen Ganztagsunterricht keine warme Mahlzeit leisten können. Seit Beginn ist Ulla Feldhaus Vereinsvorsitzende. Die Zahl der Kinder stieg bei diesem Projekt von etwa 120 zu Beginn auf zwischenzeitlich über 1000 an.

Viele weitere Verdienste zeichnen Ulla Feldhaus aus: Von 2002 bis 2013 war sie stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Solingen, seit 2011 ist sie "Mentorin und Leselernhelferin".

Auch in der Erinnerungsarbeit ist Ulla Feldhaus engagiert. Sie schrieb eine Biografie über die Solinger Gewerkschafterin und Widerstandskämpferin Tilde Klose, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Das Buch über die tapfere Frau erschien 2011. Ulla Feldhaus wollte mit der Erinnerung an dieses Schicksal über Solingen hinaus ein Zeichen für Zivilcourage und selbstlosen Einsatz setzen.

Quelle: RP
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