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Weinsberger Bachtal
Wüsthof-Stiftung schützt Solinger Ur-Wald

Solingen. Diese Waldstücke im Weinsberger Bachtal sind ein Kleinod. Als nicht Geringeres bezeichnet Gerhard Bahmer die 17.500 Quadratmeter auf mehreren Parzellen, die jetzt in den Besitz der Stiftung zum Schutz von Tier und Natur kommen. DieStiftung Wolfgang Wüsthof hat dem Verein den Erwerb der Flächen aus privatem Besitz mit einer Spende von 20.000 Euro ermöglicht. "Wir wären nicht in der Lage, den Erwerb allein zu stemmen", freut sich Gerhard Bahmer über die Unterstützung.

Das Besondere an den Waldstücken zwischen Enderskotten und Strupsmühle ist, dass sie mit ihrem Buchenbestand noch der ursprünglichen Vegetation in Westeuropa entsprechen, wie sie im Mittelalter vorzufinden war. Der Wald wurde kaum forstwirtschaftlich genutzt, es gibt hier keine Wege, und es wurden keine Fichten angepflanzt.

"Ein Ur-Wald, Natur pur", sagt Vorstandsmitglied Friedrich Pillen. Durch den Kauf der Flächen ist sichergestellt, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

Für Wolfgang Wüsthof ist die Spende ganz im Sinne seiner Stiftung, die sich die Förderung von Natur und Kultur auf die Fahnen geschrieben hat. Wolfgang Wüsthof und seine Frau Michaela lernten den Wert von Ur-Wäldern vor Ort in Sumatra, Äthiopien und Weißrussland kennen, deren Schutz sie durch die Zoologische Gesellschaft in Frankfurt unterstützen. Obendrein stammt die Familie Wüsthof ursprünglich aus dem Weinsberger Bachtal, wo einst der Wüsthofskotten stand.

In Solingen fördert die Stiftung Wolfgang Wüsthof außerdem den Fledertierschutz, mehrere Biotope und den Botanischen Garten. Im kulturellen Bereich unterstützt die Stiftung die Musikschule, mehrere Orchester, Klavierkonzerte im Kunstmuseum oder die aktuelle Schwerterausstellung des Klingenmuseums. "Das Messermachen war die Aufgabe meines Lebens, die Stiftung ist die Freude des Alters", sagt Wolfgang Wüsthof.

Der Wald soll sich selbst überlassen werden und zum Naturwald wachsen. Das heißt, abgestorbene Bäume werden nicht etwa entfernt, sondern dienen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Der Specht beispielsweise kann darin seine Nisthöhle bauen. Auch Wolfgang Wüsthof weiß um den Wert der Flächen: "Ein toter Baum hat mehr Leben als ein lebendiger." Bereits vor dem jetzigen Erwerb der Waldflächen kümmerten sich die Naturschützer um die Wiesen längs des Weinsberger Baches. Nach Einschätzung der Stiftung zum Schutz von Tier und Natur ist das Weinsberger Bachtal eines der schönsten und das ökologisch wertvollstes in Solingen. Dies bestätigte bereits 1995 ein Gutachten der Universität Wuppertal. Das Bachtal bietet demnach 200 Pflanzen- und 80 Tierarten eine Vielzahl von Lebensräumen, in denen auch bedrohte Insekten wie der Hirschkäfer überlebt haben. Benjamin Dresen

Quelle: RP
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