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Solingen
Standortgemeinschaft in Ohligs gescheitert

Solingen. Eine Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) nach dem erarbeiteten Konzept wird es nicht geben. 38 Prozent der befragten Eigentümer sprachen sich dagegen aus. Der Verein ISG Solingen-Ohligs will 2016 einen neuen Anlauf starten. Von Benjamin Dresen

Drei Jahre Arbeit hatten der Verein ISG Solingen-Ohligs und die Solinger Stadtverwaltung investiert und in dieser Zeit ein Maßnahmen- und Finanzierungskonzept für eine Immobilien- und Standortgemeinschaft in Ohligs entwickelt - scheinbar umsonst.

In der nach Landesgesetz vorgeschriebenen Befragung der 420 betroffenen Grundstückseigentümer lehnten 38,4 Prozent das Vorhaben ab. Laut NRW-Gesetz darf die Widerspruchsquote aber höchstens ein Drittel betragen, damit eine Immobilien- und Standortgemeinschaft zustande kommen kann. Und diese Quote wurde in Ohligs übertroffen.

Der Verein hatte mit dem fünf Handlungsfelder umfassenden Konzept für die ISG geworben. Mit deren Gründung wollen die Initiatoren das Stadtteilzentrum attraktiver machen und für den Wettbewerb mit umliegenden Städten stärken. Um dies zu erreichen, sollen die Aufenthaltsqualität verbessert, Leerstände vermieden und das Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot optimiert werden. Zudem haben sich die Initiatoren die Erarbeitung eines imagefördernden Standortsprofils und die Stärkung des Quartierbewusstseins auf die Fahnen geschrieben. Das Konzept entstand als Ergebnis einer Versammlung in der Ohligser Festhalle und mehrerer Workshops, bei denen die Bürger einbezogen waren.

Stadt und Verein wollen sich mit dem Ergebnis der Befragung aber nicht abfinden. In gemeinsamen Gesprächen wurde die Frage diskutiert: "Wie kann es mit Ohligs in abgewandelter Form weitergehen?", berichtet Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. "Wir wollen weitermachen und gemeinsam die ISG einrichten", unterstreicht Vorstand Teut-Achim Rust. "Wir wollen und müssen als Ohligser etwas auf die Beine stellen."

Bei den Beteiligten hat sich mittlerweile die Überzeugung durchgesetzt, dass das Gebiet der ISG wohl zu umfangreich gefasst wurde. "Die Widersprüche waren sehr konzentriert", berichtet Rust aus persönlichen Gesprächen mit den Eigentümern. Neben der Düsseldorfer Straße sollten Keldersstraße, Emdenstraße, Emscherstraße, Forststraße, Grünstraße, Lennestraße, der obere Teil der Talstraße und das frühere Olbo-Gelände zum ISG-Gebiet gehören.

Vor allem Wohneigentümer abseits der Düsseldorfer Straße zeigten sich skeptisch, dass sie von der ISG profitieren würden. Die Eigentümer hätten als Mitglieder einer ISG eine jährliche Abgabe zu zahlen, die sich nach der Grundstücksgröße richtet und von einigen Hundert bis hin zu 2000 Euro beträgt.

In einem zweiten Anlauf im Jahr 2016 will der Verein nun das mögliche ISG-Gebiet auf die Düsseldorfer Straße als Geschäftsstraße im Stadtteil beschränken und hofft auf diese Weise, in einer neuen Befragung die nötige Zustimmung dann zu bekommen.

"Wir teilen die Zuversicht, wenn man sich auf die Hauptachse konzentriert", so Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Zwar gibt es bislang inhaltlich noch keine neuen Planungen. Im September des kommenden Jahres aber will Teut-Achim Rust auf einem ISG-Kongress in Wuppertal ein neues Konzept für Ohligs präsentieren.

Quelle: RP
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