| 00.00 Uhr

Solingen
Starke Verbindung mit Aue

Solingen: Starke Verbindung mit Aue
Am 26. April 1990 unterzeichneten Solingens Oberbürgermeister Gerd Kaimer (2.v.r.) und Aues Bürgermeister Horst Uhlig (3.v.r.) im Konzertsaal des Auer Kreiskulturhauses die Partnerschaftsurkunde. FOTO: stadt solingen
Solingen. Seit 25 Jahren ist die Klingenstadt mit der kleinen Stadt im Erzgebirge partnerschaftlich verbunden. Anlässlich dieses Jubiläums blicken Stadtrat Bernd Krebs und Bürgermeister Ernst Lauterjung zurück auf bewegende Ereignisse. Von Maxine Herder

Es war ein ganz besonderes Fest, das am Dienstag, 2. Oktober 1990, im Kreiskulturhaus in Aue gefeiert wurde: "Mit Gästen aus unserer Partnerstadt wollen wir den Vorabend der Vereinigung der beiden deutschen Staaten nach langer schmerzlicher Trennung festlich begehen", hieß es in der offiziellen Einladung. Nicht einmal sechs Monate vor diesem denkwürdigen Abend hatten Solingens Oberbürgermeister Gerd Kaimer und Aues Bürgermeister Horst Uhlig die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet - und so blicken beide Städte heute nicht nur auf 25 Jahre Wiedervereinigung zurück, sondern auch auf 25 Jahre Partnerschaft. "Ich blicke mit warmen, freundschaftlichen, richtig glücklichen Gefühlen zurück", sagt CDU-Stadtrat Bernd Krebs. Als zweiter Bürgermeister hat er die Entstehung der Partnerschaft hautnah miterlebt, war dabei, als Oberbürgermeister Gerd Kaimer bereits 1989 an den Rat der Stadt Aue schrieb, und reiste selbst noch in dem Jahr zum ersten Mal ins Erzgebirge. "Ich habe dort einen unglaublichen Enthusiasmus der Menschen gespürt. Zu erleben, wie Tausende bei den Montags-Demonstrationen nach der Wiedervereinigung riefen, war sehr bewegend."

Am Anfang der Partnerschaft, sagt Krebs, hätten sie vor allem Hilfe geleistet, ganz selbstverständlich, und dort, wo sie benötigt wurde. "Es ging um Ausrüstung für das Krankenhaus genauso wie um technisches Know-How und um Unterstützung beim Aufbau der Stadtverwaltung", erinnert sich Krebs. Mit den Jahren hat sich die Partnerschaft verändert: Die Hilfe wurde in immer geringerem Umfang benötigt, die Stadt Aue habe sich "mit unglaublicher Tatkraft ganz stark entwickelt", so Krebs. "Die Beziehung war nie eine Einbahnstraße, sondern beruhte immer auf Gegenseitigkeit. Beide Städte haben voneinander lernen können."

Ernst Lauterjung fährt immer gern nach Aue. FOTO: Archiv

Geblieben sind über all die Veränderungen und über ein Vierteljahrhundert Partnerschaft enge Freundschaften, viele menschliche Beziehungen - und eine starke Verbindung zwischen zwei Städten, die aufgrund der politischen Verhältnisse über Jahrzehnte undenkbar schien. "Die Wiedervereinigung ist das Ereignis gewesen. Ich bin sehr dankbar, dass ich daran tätig mitwirken konnte", so Krebs.

Ernst Lauterjung, heute Erster Bürgermeister und schon damals Ratsmitglied, war am 2. Oktober 1990 bei dem auf der Einladung als "Polterabend" bezeichneten Fest im Auer Kreiskulturhaus dabei. "Das war beeindruckend und ein Moment, in dem ich schon eine kleine Gänsehaut hatte." Mindestens einmal im Jahr ist er seitdem nach Aue gereist, zuletzt im Juli zum Stadtfest. "Ich fahre immer gerne nach Aue. Das ist ein schönes, kleines Städtchen, in dem man nette Leute trifft. Solingen erfährt dort eine große Wertschätzung." Viel, sagt auch er, sei über die Jahre passiert: In der Stadt Aue, die aufgrund der zahlreichen Ofenheizungen bei den ersten Besuchen immer "ein bisschen vernebelt" gewesen sei, sei der alte Baubestand sehr aufgewertet worden, habe es riesige Fortschritte gegeben, und sowohl von offizieller Seite, als auch aus der Bürgerschaft habe es große Bemühungen gegeben, die Partnerschaft mit Leben zu füllen.

Beide Städte, so Bernd Krebs, haben voneinander lernen können. FOTO: Kempner, Martin (mak)

"Dies betrifft alle Bereiche, sei es Sport, Kultur oder Schule." Dies sei bis heute so, und doch ergänzt Lauterjung: "Es ist immer eine schwierige Sache, wie sich eine solche Partnerschaft entwickelt, was man sich erhofft und was schließlich eintritt." So ist Lauterjung der Auffassung, dass man heute wieder ein bisschen mehr an der Partnerschaft arbeiten könne. "Vielleicht könnte man mal besprechen, wo man noch mehr Kontakt haben will. Denn eine Partnerschaft darf sich nicht darauf beschränken, einmal im Jahr eine Delegation auszutauschen."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: Starke Verbindung mit Aue


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.