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Solingen
Start-Verzögerungen im Betriebsablauf

Solingen: Start-Verzögerungen im Betriebsablauf
FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. National Express kämpft als neuer Betreiber der Regionalbahn RB 48 und des Regionalexpress RE 7 mit technischen Kinderkrankheiten an den neuen Elektrotriebfahrzeugen sowie Problemen bei der Bereitstellung der Züge. Von Guido Radtke

"Schnell und zuverlässig ans Ziel" lautet einer der Slogans, mit dem National Express in diversen Flyern für ein "Mehr an Leistung und Qualität" auf den übernommenen Strecken des Regionalexpress RE 7 und der Regionalbahn RB 48 wirbt. Am vergangenen Sonntag, der Tag des Fahrplanwechsels, hatte der britische Personenverkehrsdienstleister sein Versprechen bis auf wenige Ausnahmen halten können. Zum einen, weil die Zahl der Fahrgäste eine andere ist als an Werktagen. Zum anderen, weil der allgemeine Fahrplan auf den Strecken in Nordrhein-Westfalen sonntags Luft hat.

Die Premiere im Berufsverkehr hingegen hat National Express an den ersten Tagen nach der Übernahme von der DB Regio NRW verpatzt. Sowohl am Montag als auch am gestrigen Dienstag blieben in den frühen Morgenstunden Pendler in Leichlingen oder am Opladener Bahnhof am Bahnsteig zurück, weil der Zug bereits brechend voll war mit Fahrgästen aus Wuppertal, Haan und Solingen. Ärger bei den Fahrgästen und Verspätungen waren programmiert.

FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Das Kapazitätsproblem betraf insbesondere die Rhein-Wupper-Bahn. Statt wie vorgesehen mit zwei aneinandergekoppelten Triebwagenzügen war die RB 48 in drei Fällen nur als Solo-Fahrzeug unterwegs. Zwei Mal fehlte ein dreiteiliger "Talent 2" mit 160 Sitzplätzen, ein Mal sogar die fünfteilige Variante mit 255 Sitzplätzen.

"Es war leider sehr kuschelig", musste Marcel Winter zugegeben. Der Sprecher von National Express pendelt selbst von Wuppertal nach Köln und erlebte die Startschwierigkeiten hautnah mit. Neben technischen Kinderkrankheiten an einzelnen der 35 brandneuen Elektrotriebzüge kämpft National Express Rail in der Startphase vor allem mit Abstimmungsproblemen bei der Übernahme von Bereitstellungsgleisen der Deutschen Bahn. "Diese sind uns erst am Wochenende zugewiesen worden", sagt Marcel Winter. Allerdings nicht die acht Standorte, die das private Bahn-Unternehmen eigentlich beantragt hatte. Viele Gleise der zentral gelegenen Rangierbahnhöfe waren oder sind noch mit Zügen der ausgemusterten DB Regio belegt. "Diese müssen erst einmal alle weggefahren werden", erklärt Winter. Zugewiesen wurden National Express vorerst nur die Standorte Köln-West und Hamm - ungünstig gelegen, um adhoc an den Startbahnhöfen der RB 48 und des RE 7 (Bonn-Mehlem und Wuppertal-Oberbarmen sowie Krefeld und Münster beziehungsweise Rheine) die erforderliche Anzahl an Fahrzeugen einzusetzen.

FOTO: Uwe Miserius (5) / Martin Kempner

Die Lage entspannte sich gestern Vormittag nur leicht. Viele Züge hatten fünf bis zehn Minuten Verspätung, eine Bahn fuhr mit bis zu 25 Minuten dem Fahrplan hinterher. "Es wird sicherlich noch ein paar Tagen dauern, bis der Gesamtprozess reibungslos läuft." Zumindest gestern Nachmittag und am frühen Abend wurden die Pendler aus Köln mit fast allen Zügen pünktlich nach Schlebusch, Opladen, Leichlingen und Solingen gebracht.

Quelle: RP
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