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Solingen
Startschuss für CarKult nach Ostern

Solingen: Startschuss für CarKult nach Ostern
In dieser Halle, wo am 10. Februar (v.l.): OB Norbert Feith, Stefan Petermann, Alexander Licht, Frank Balkenhol, Stefan, Egon und Ralf Evertz an einem Packard Modell G aus dem Jahre 1928 ihre Zusammenarbeit besiegelten, will der Investor nach Ostern mit den Arbeiten für sein Zentrum beginnen. FOTO: M. Kempner (Archiv)
Solingen. Mit der Instandsetzung der alten Kieserling-Fabrikhallen will Stefan Petermann sein ehrgeiziges Projekt beginnen. Die Finanzierung über eine ausländische Bank sei gesichert. Der Charakter der alten Maschinenfabrik soll erhalten bleiben. Von Annemarie Kister-Preuss

Egon Evertz hat keine Lust mehr, die vielen telefonischen Anfragen zu beantworten, ob das Geld, das er mit Stefan Petermann als Kaufpreis für das ehemalige Kieserling-Areal vereinbart hat, schon auf seinem Konto sei. Doch daran hängt das gesamte Projekt "Petermanns CarKult". Und daran hängt auch, ob die Stadt Solingen ebenfalls mit dem Investor ins Geschäft kommt und ihm das alte Omega-Gelände dazu verkauft, ohne das das Oldtimer-Zentrum für 400 bis 600 Fahrzeuge ein Torso bleiben würde.

Daher hat sich die Egon Evertz KG gestern schriftlich geäußert und klargestellt: Bei dem Vertrag mit Herrn Petermann handele es sich um eine privatrechtliche Vereinbarung, in der zwar mit dem 31. März ein Zahlungstermin vereinbart wurde, doch müssten zur Fälligkeit der Kaufpreiszahlung von beiden Seiten Voraussetzungen erfüllt werden. Und das könne schon einmal länger dauern.

"Wir können aber zusichern, dass wir ein eigenes Interesse haben, den Verkauf zeitnah umzusetzen", teilte Egon Evertz mit. Doch der Geschäftsmann, der seine Produktion zur Prinzenstraße verlegt, stellt auch klar: "Solche privatrechtlichen geschäftlichen Beziehungen gehören nicht in die Öffentlichkeit.". Was die vereinbarte Geldüberweisung durch Petermann angehe, könnten durchaus fünf bis sieben Tag vergehen - vor allem, wenn das Geld aus dem Ausland komme.

Stefan Petermann sagte gestern im Gespräch mit unserer Redaktion, alles laufe rund und sei soweit ok. Doch alles "einzutüten" sei schon schwierig geworden, nachdem Zweifel an seiner Integrität an die Öffentlichkeit gekommen waren. Auch einige Handwerker, mit denen der 57-jährige Kfz-Meister zusammen arbeitet, seien dadurch "erschrocken". "Daher verschiebt sich alles etwas nach hinten", sagte Petermann. Dennoch: Die Eröffnung des "Zentrums für historische Fahrzeuge" soll im Juli/August diesen Jahres stattfinden, stellt Stefan Petermann in Aussicht.

In den ehemaligen Produktionshallen der Firma Kieserling, die zuletzt von der Evertz KG genutzt wurden, will er nur wenig verändern. Der Oldtimerfreund schwärmt von der Patina in den Gebäuden, "der unverkennbare Geruch muss bleiben". Natürlich werde alles hergerichtet, doch der Ursprung soll nicht verändert werden. Dass dies alles nicht so einfach ist, hat Stefan Petermann in Gesprächen mit der zuständigen Bauaufsicht bereits erfahren.

Frank Balkenhol von der Wirtschaftsförderung stellt klar, dass die Stadt mit dem notariellen Vertrag zwischen Egon Evertz und Stefan Petermann nichts zu tun hat. Der Chef der Wirtschaftsförderung sagt, er habe den Vertrag nicht vorliegen. Er wisse aber, dass klare Bedingungen enthalten seien, die beide Seiten einhalten müssen. Eine Finanzierungsbestätigung hatte Petermann am 25. Februar bei einem Gespräch im Rathaus noch nicht vorlegen können.

Auch Anfang der Woche hatten die an dem Projekt Beteiligten nochmals in der Stadtverwaltung zusammengesessen und Einzelheiten erläutert, unter anderem die Finanzierung. Die entscheidende Frage, ob Geld auf den Evertz-Konten eingegangen ist, steht allerdings nach wie vor im Raum. Egon Evertz jedenfalls verspricht in seiner schriftlichen Stellungnahme: "Wir werden die Stadt stets über die Fortschritte unterrichten".

Quelle: RP
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