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Solingen
Statt 130 baut Edgewell bei Wilkinson 114 Stellen ab

Solingen. Der Rasierklingenhersteller Wilkinson von der Schützenstraße trennt sich von 114 Mitarbeitern – 16 weniger, als zunächst im Herbst vergangenen Jahres angegeben. Damals war noch von 130 der insgesamt 610 Beschäftigten die Rede, die Stellen beziehungsweise Teile der Produktion sollen nach Tschechien verlagert werden. Von Uwe Vetter

"Mitte Dezember wurden auf einer Betriebsversammlung der fast fertige Interessenausgleich und Sozialplan vorgelegt, zwei Tage später gab es zudem noch eine Infoveranstaltung für Mitarbeiter zum sanften Übergang in den Ruhestand", sagt Marko Röhrig.

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Remscheid-Solingen bewertet Interessenausgleich und Sozialplan als "gut ausgestattet". "Wir hatten im November noch versucht, den Stellenabbau beziehungsweise die Verlagerung von Produktion mit dem Verzicht auf betriebliche Standards zu verhindern. Doch das gelang nicht und wäre wohl auch nicht mit den Mitarbeitern umzusetzen gewesen", so Röhrig.

Wilkinson gehört seit der Aufspaltung der Muttergesellschaft Energizer Holding in Energizer (Batterien, Beleuchtungsmittel) und "Edgewell Personal Care" zu letzterem Unternehmenszweig, in dem neben der Marke Wilkinson noch Hawaiian Tropic geführt wird. Im Sommer 2015 wurde die Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen vollzogen.

Edgewell hatte dann im Oktober erklärt, Bereiche an der Schützenstraße mit arbeitsintensiven Verfahren und Betriebsabläufen mit geringen technischen Anforderungen ins tschechische Teplice zu verlagern. Der Veränderungsprozess hat bereits begonnen und wird voraussichtlich bis Ende 2017 abgeschlossen sein.

Laut Geschäftsführung soll sich das Werk in der Klingenstadt künftig auf technisch anspruchsvolle Betriebsabläufe konzentrieren, dazu zählen die Herstellung von Schneiden, Kunststoff- und Montageprozesse, Design und Konstruktion sowie Forschung und Entwicklung – so die Ankündigung vom Herbst 2015, die in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat nun umgesetzt wurde und wird. "Der Standort Solingen soll durch diese Optimierungs- und Fokussierungsbemühungen gestärkt in die nächsten Jahrzehnte gehen", erklärte Geschäftsführer Michael Gruszien im Oktober.

Zur Umsetzung des ausgehandelten Vertrages gehörte jetzt auch eine Informationsveranstaltung für die betroffenen 114 Mitarbeiter im Alten Bahnhof im Südpark. Die wurden nun über das weitere Vorgehen informiert. Sie können sich für einen Wechsel in eine Transfergesellschaft entscheiden oder aber bekommen die betriebsbedingte Kündigung. "Es besteht zudem die Alternative eines Brückenmodells für rentennahe Mitarbeiter", sagt der Betriebsratsvorsitzende von Wilkinson, Wolfgang Mehlau. Mitte Januar seien Interessenausgleich und Sozialplan von Geschäftsführung und Betriebsrat unterzeichnet worden, die darin vereinbarten Festlegungen würden nun umgesetzt, so Mehlau. Der Betriebsratsvorsitzende bestätigte zudem, dass eine Montagemaschine und eine Kunststoffspritzgussmaschine bereits nach Tschechien verlagert wurden.

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