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Solingen
Stets ein väterlicher Rat für die Schüler

Solingen: Stets ein väterlicher Rat für die Schüler
Alfred Pflugmacher wurde gestern als Leiter der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge tritt Dr. Kerstin Freund an. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Leiter der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft, Alfred Pflugmacher, wurde gestern in den Ruhestand verabschiedet. Zuvor überreichte er noch 80 neuen Süßwarentechnikern ihre Facharbeiterbriefe. Von Uwe Vetter

Er stammt aus Brandenburg, doch schon im Alter von zehn Jahren kam Alfred Pflugmacher nach Solingen und fühlt sich entsprechend als "bergischer Junge". Im März feierte er seinen 65. Geburtstag - für den Leiter der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) in Gräfrath hieß es von daher, jetzt mit Abschluss des Schuljahres Abschied zu nehmen.

Durchaus mit gemischten Gefühlen, gleichwohl freut er sich zusammen mit seiner Frau Ulrike, mit der er seit 43 Jahren verheiratet ist und einen Sohn hat, auf den Ruhestand. "Die einen nennen es Ruhestand, andere Unruhestand. Das duale System gilt nicht nur im Schulbereich, sondern auch im Leben", meint Alfred Pflugmacher.

Bevor der Beamte gestern im großen Kreis in Gräfrath seine Entlassungsurkunde überreicht bekam, nahm er aber selbst noch eine Verabschiedung vor: Knapp 80 künftige Fachkräfte für Süßwarentechnik bekamen ihre Facharbeiterbriefe überreicht. "Viele kommen erfahrungsgemäß später zu einer Weiterbildung in die ZDS zurück", weiß Pflugmacher. Er bleibt der ZDS zwar auch im Ruhestand erhalten, gleichwohl stehen nun Sport, der Garten und der Freundeskreis im Vordergrund. "Die Perspektiven für die ZDS sind sehr gut", sagt Pflugmacher, der insgesamt 31 Jahre an der ZDS tätig war. Sogesehen ging gestern auch eine Ära zu Ende, viele Ehemalige ließen es sich nicht nehmen, zur Abschiedsfeier des Schulleiters zu kommen.

Im August 1984 nahm Alfred Pflugmacher seine Tätigkeit in der ZDS auf. Als Lehrer für Politik, Wirtschaftslehre, Technologie, Mathematik, technisches Zeichen, Physik, Maschinenkunde und Laborübungen stand der ausgebildete Maschinenbauingenieur - nach dem Studium erweiterte Pflugmacher seine Ausbildung um die II. Staatsprüfung für das Lehramt Sekundarstufe II - vor zahlreichen Aus- und Weiterbildungsklassen. "In einer Berufsschule macht man nicht nur ein Fach, sondern alles. Hier wird fächerübergreifend gearbeitet", sagt der 65-Jährige mit Blick auf die unterschiedlichen Fächer. Und selbst als Schulleiter stand er stets noch in den Klassenzimmern: "Ich habe sehr gerne hier gearbeitet", sagt Alfred Pflugmacher, dem auch der Kontakt zu den Schülern wichtig war. "Manche brauchten hin und wieder auch mal einen väterlichen Rat, wenn es um die berufliche Entwicklung ging. Viele Schüler haben in der ZDS ihre Profession gefunden und arbeiten heute in Führungspositionen", freut sich der scheidende Schulleiter.

Im August 2005 stieg Alfred Pflugmacher zum Schulleiter auf. Dass die Ausbildung zum Lebensmitteltechniker in die ZDS vor rund 20 Jahren integriert wurde, hält er für einen wichtigen Meilenstein. Süßwaren und Lebensmitteltechnik - das passt zusammen. "Wir bilden hier gute Facharbeiter für die Industrie aus, die Ausbildung hat Qualität", sagt Pflugmacher. Das duale System kommt hier wieder zum Vorschein, denn der Schulleiter und sein Lehrerteam haben bei all ihren Tätigkeiten stets auch berücksichtigt, was die Unternehmen an Fachkräften brauchen. "Diese Denkweise wäre auch für andere Schulformen gut", sagt der 65-Jährige.

Er übergab nun den Staffelstab an Dr. Kerstin Freund, die bislang schon stellvertretende ZDS-Schulleiterin und Leiterin der Fachschule für Technik gewesen ist. Die kompetente Nachfolge aus dem eigenen Haus wird von Alfred Pflugmacher ausdrücklich unterstützt: "Das lässt mich ruhig schlafen".

Quelle: RP
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