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Solingen
Stimmungsvoll und vielfältig: Bethlehem ist überall

Solingen. Die Geschichte bleibt im Wesentlichen die gleiche - und doch sind die kulturellen Unterschiede, die im Blick auf die Geburt Jesu Christi zutage treten, enorm: Mal verraten die Gesichter von Maria und Josef eine ostasiatische Herkunft, mal trägt das Kind eine Baseballkappe, und eine Krippe verlegt den Stall von Bethlehem gar in ein Schilfboot auf dem Titicacasee in den Anden. Die Krippen-Ausstellung der evangelischen Stadtkirchen-Gemeinde, gestaltet von Ulrich Wilde, Karola Krämer und Ursula Werr, öffnete am Samstagnachmittag ihre Pforten im Souterrain der Kirche - und zog prompt eine Vielzahl an sichtlich beeindruckten Besuchern an. Von Alexander Riedel

"Schon die letzte Krippen-Ausstellung, die ich gesehen habe, hat mich erstaunt - aber das ist einfach phänomenal", schwärmte Ulrich Raffelsieper, der die Exponate aus Privatsammlungen gemeinsam mit seiner Ehefrau betrachtete. "Das ist ja enorm vielfältig und auch stimmungsvoll zusammengestellt", lobte er.

Schon in den Jahren 2011 und 2012 hatte die evangelische Gemeinde in der Innenstadt eine Krippen-Ausstellung gezeigt. Insgesamt 240 Krippen aus den verschiedensten Kulturkreisen und Epochen sind im Ausstellungsraum in den nächsten knapp sechs Wochen zu bestaunen. Die Materialien reichen von Holz über Keramik bis zu Filz. Die Heilige Familie taucht dort sogar in Form von Getränkedosen und aus Glas gestalteten "Gummibärchen" auf.

Doch nicht nur die ästhetische Gestaltung ist bemerkenswert, sondern auch die Botschaft, die sich oftmals dahinter verbirgt: Einige sehr farbenfrohe lateinamerikanische Krippen verbinden das Fest zur Geburt Jesu Christi mit dem Erntedankfest, andere Darstellungen deuten bereits das Ende des Erlösers am Kreuz an.

Auch politische Aussagen beinhaltet die Sammlung: Ein Modell aus dem Nahen Osten zeigt eine Mauer, die den Heiligen Drei Königen den Zugang zum Stall verwehrt - eine Anspielung auf die Konflikte im heutigen Israel. "Es geht nicht nur darum, schöne Figuren zu zeigen, sondern auch die unterschiedlichen Aspekte, unter denen man sie betrachten kann", sagte Karola Krämer, aus deren Fundus ein Großteil der Krippen stammt. Begonnen hatte ihre Sammelleidenschaft mit einer deutschen Holzkrippe.

"Meine Tochter hatte mir ihr gespielt, aber die Krippe war sehr empfindlich, und so habe ich für sie eine Steinkrippe gemacht", erzählte Krämer. Später habe sie dann im Zuge einer Reise mit einer von ihr betreuten Jugendgruppe ein gläsernes Modell von Christi Geburt als Geburtstagsgeschenk erhalten - so setzte allmählich eine Dynamik ein, die der Sammlerin Exponate aus der ganzen Welt bescherte.

Quelle: RP
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