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Solingen
Straßenlampen werden zu U.F.O.s

Solingen. Publikumspreisträger der Bergischen Kunstausstellung stellt im Art Eck aus. Von Michael Tesch

In ihrer Laudatio aus Anlass der Verleihung des Publikumspreises 2014 der Bergischen Kunstausstellung an Robert Pufleb stellt Gisela Elbracht-Iglhaut besonders den Blick des Fotografen für Dinge heraus, "die wir eigentlich übersehen. Er schafft es, mit einem Motiv etwas über eine ganze Stadt zu sagen." Den Preis erhielt der Düsseldorfer Künstler für seine Arbeit "Smoking Area/Raucherzimmer" - die Aufnahme einer mehrstöckigen Wohnkomplex-Fassade, die aufgrund einer ausgebrannten Wohnung teilweise mit Ruß bedeckt war.

Pufleb erläuterte im Rahmen der Preisverleihung auch seinen Arbeitsansatz als Straßenfotograf: "Ich suche nicht, ich finde nicht, ich bewege mich und dann treffe ich die Motive." Die Motive, die der Künstler ab heute in der Gräfrather Galerie Art Eck zeigt, sind ein hervorragendes Beispiel für solch ein Treffen. Das fand im vergangenen Jahr in Chongqing in China statt. Zwei Monate verbrachte Pufleb mit einem Stipendium des Kulturamtes Düsseldorf in der Millionenstadt. Beim Erkunden der Stadt, bei seinem "Eintauchen" in die Metropole, traf der Fotograf immer wieder auf riesige Straßenlampen, deren Kronen teilweise zehn Meter im Durchmesser aufweisen.

"Ich habe mich dann langsam an dieses Motiv herangepirscht", erzählt Pufleb. Erst fotografierte der Künstler die Lampen von der Seite, dann entdeckte er, dass die Konstruktionen von unten betrachtet wie riesige Ufos aussahen - was der neuen Serie auch ihren Titel "U.F.O." gab. "Ich habe sie dann so fotografiert und als einzige Bearbeitung den Mast entfernt." Dadurch gibt Pufleb für den Betrachter der Bilder die Blickachse vor. Zudem sorgt das Entfernen der Masten dafür, dass die Lampen so auch wie Kristalle oder Blumenpollen wirken.

Die Beschäftigung mit den Lichtmasten wurde - das zeigt die sehenswerte Ausstellung in der Galerie Art Eck - nach und nach zur Arbeit an einer Typologie, "Das war möglich, weil die Lampen so unterschiedlich sind. Jede Kreuzung in Chongqing hat eine andere Lampe."

Aufgrund der Vielfalt der Konstruktionen ist für Pufleb die "U.F.O."-Serie auch noch nicht abgeschlossen. "Die Serie geht weiter. Ich hoffe, im kommenden Jahr wieder nach Chongqing reisen zu können und weiter zu fotografieren."

Die jetzige Ausstellung Puflebs, die bis zum 8. November im Gräfrather Art Ecke zu sehen ist, kam übrigens auf dem kleinen Dienstweg zustande, wie Galerist Dirk Balke erzählt. "Wir sind im Atelierhaus im Reisholzer Hafen in Düsseldorf Nachbarn geworden. Wir begegnen uns also fast täglich bei der Arbeit." Für die Präsentation hat Balke - passend zu den Fotografien Puflebs - sich etwas Besonderes und Edles einfallen lassen: er hat die Wände der Galerie mit schwarzem samtigen Stoff bezogen.

Quelle: RP
 
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