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Solingen
Strohner Brücke: Stadt stellt Förderantrag

Solingen: Strohner Brücke: Stadt stellt Förderantrag
Die Strohner Brücke ist seit dem 6. Juli nicht mehrbegehbar. Die marode Brücke soll einem Neubau weichen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Für Abriss und Neubau der gesperrten Wupperbrücke kalkuliert die Verwaltung mit Landesmitteln. Bei einem positiven Bescheid könnten die Arbeiten im nächsten Jahr beginnen. Von Benjamin Dresen

Es muss es jetzt schnell gehen, damit es vielleicht schon nächstes Jahr mit dem Neubau der Strohner Brücke losgehen kann. Bis Oktober ermittelt die Stadt die Kosten für Abriss und Neubau der seit 6. Juli gesperrten Wupperbrücke, um mit dem Vorhaben noch auf die "Förderliste 2017" der "Förderrichtlinie Nahmobilität" des Landes NRW zu kommen. Das ist Voraussetzung, damit es noch im kommenden Jahr Unterstützung vom Land geben kann.

Bei einem positiven Bewilligungsbescheid könnte im Frühjahr mit den Bauarbeiten begonnen werden, wie Dr. Klaus Strehlau, Leiter des Stadtdienstes Natur und Umwelt, jetzt der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid berichtete. Strehlau vertrat Ingenieur Karsten Ditscheid von den Technischen Betrieben, der sich eigentlich um die städtischen Brücken kümmert. Strehlau betonte mit Blick auf den Förderantrag: "Es ist der schnellste mögliche Weg zu einem Neubau."

Eine Behelfsbrücke, wie sie anfangs diskutiert worden ist, sei nicht bezahlbar gewesen. Nach einer ersten Schätzung würden Abriss und Neubau der Brücke etwas über 600.000 Euro kosten. Bei 80 Prozent Förderung vom Land Nordrhein-Westfalen wäre ein städtischer Eigenanteil von mindestens 120.000 Euro aufzubringen. Das marode Bauwerk ist derzeit noch in Besitz der Stadtwerke Solingen. Diese würden dessen Abriss zahlen, und anschließend kauft die Stadt die Brücke und kümmert sich um deren Verwaltung.

Die Bezirkspolitiker unterstrichen die Wichtigkeit des Projektes: "Das ist eine Sache, die uns auf den Nägeln brennt. Wir hätten die neue Brücke möglichst gerne bald", sagte etwa Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul (SPD). Paul Westeppe (CDU) nahm die Lokalpolitik in die Pflicht. Diese müsse die Fördergelder beim Land einwerben, damit die Brücke erneuert werde und die Attraktivität erhalten bleibe. Klaus Küll (Grüne) brachte verschiedene Vorschläge ein, um schnell den erforderlichen Eigenanteil einzusammeln. Er nannte hier etwa die direkte Ansprache der zahlreichen Unternehmen der Solinger Schneidwarenindustrie oder ein "Crowdfunding" im Internet, bei dem sich viele Bürger schon mit kleinen Beträgen beteiligen könnten.

Die Strohner Brücke war 1927 errichtet worden, um daran die Leitung vom Wasserwerk in Glüder über die Wupper hinauf nach Krahenhöhe entlang zu führen, wie Norbert Feldmann von den Stadtwerken berichtete. Der städtische Energie- und Wasserversorger benötigt die Brücke aber schon lange nicht mehr für seinen Betrieb.

Mittlerweile hat die Wupperquerung jedoch eine gewisse Bedeutung als Teil der lokalen und regionalen Rad- und Wanderwege entwickelt. Da die Gefahr bestand, dass Personen durch die Holzbohlen einbrechen könnten, und auch die Stahlträger marode sind, ist die Brücke seit dem 6. Juli dieses Jahres gesperrt.

Quelle: RP
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