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Solingen
Strompreis bleibt entgegen Trend stabil

Solingen. Die Stadtwerke Solingen erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2015/16 Gewinn, obwohl Verlust befürchtet worden war. Von Uwe Vetter

Stadtwerke-Kunden, die vom städtischen Energieversorger mit Strom beliefert werden, können sich freuen: Denn im Gegensatz zu vielen anderen Energieunternehmen bleiben vor Ort Grund- und Arbeitspreis im kommenden Jahr stabil. "In den vergangenen Jahren haben viele Energieversorger die Energiebeschaffung an externe Dienstleister ausgelagert. Wir hingegen haben in diesem Bereich sukzessive Know how aufgebaut. Daher sind wir in der Lage, durch optimierte Beschaffungsstrukturen dem allgemeinen Preistrend entgegenzutreten", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Schwarberg.

Dass die Stadtwerke nicht an der Preisschraube drehen, war bereits am Sonntag klar, denn sechs Wochen vor Jahresende hätte der Energieversorger eine Preisveränderung anzeigen müssen.

Gleichwohl steigen die "Nebenkosten", die von den Stadtwerken Solingen aber kompensiert werden können. Wie bereits in den Vorjahren ist die am 1. Januar 2017 in Kraft tretende Erhöhung der EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz) ein starker Kostentreiber. Sie steigt um mehr als acht Prozent von 6,354 auf 6,880 Cent pro Kilowattstunde.

Obwohl die Strompreise stabil bleiben, geht nach Ansicht der Ratsfraktion der Linken bei vielen sprichwörtlich das Licht aus. Grund dafür seien die Erhöhungen in den vergangenen Jahren. In Solingen sei die Zahl der Haushalte, die mit Stromsperren belegt würden, "konstant auf hohem Niveau", erklärt Ratsfrau Karin Seilheimer-Sersal.

Nach ihren Angaben seien im vergangenen Jahr 1906 Personen von Stromsperren betroffen gewesen. Zwar bemühe sich die Stadt, über die Wohnungsnotfallhilfe den Betroffenen zu helfen. Doch nur etwa ein Sechstel der von einer Sperrung bedrohten Haushalte würden sich an diese Stelle wenden. Seilheimer-Sersal: "Wir fordern von daher die Einführung eines Sozialtarifs, der sich am Regelsatz festgelegten Anteil für Energiekosten orientiert."

Unter dem Strich sinken in diesem beziehungsweise nächsten Jahr aber die Energiekosten der Solinger Privatkunden. Denn der städtische Energieversorger hatte bereits im August mitgeteilt, noch vor Beginn der Heizperiode den Gaspreis zum 1. Oktober für Privatkunden zu senken - und zwar um 0,4 Cent pro Kilowattstunde. Dies bedeutet für eine vierköpfige Familie bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas eine jährliche Ersparnis von 80 Euro.

Insgesamt betreuten die Stadtwerke Solingen zum Stichtag 30. September dieses Jahres 88.400 Stromverträge. Das sind gegenüber 2014 (91.500) zwar weniger Verträge, durch die Akquirierung von Großkunden konnte indes der Stromverkauf (759 Gigawattstunden im Jahr) nahezu konstant gehalten werden.

Kommenden Montag kommt der Stadtwerke-Aufsichtsrat zusammen. Er wird sich auch mit dem Jahresabschluss 2015/16 beschäftigen. Das Geschäftsjahr der Stadtwerke läuft vom 1. Oktober bis zum 30. September. Für diese Zeit war zunächst ein Verlust von rund 477.000 Euro befürchtet worden. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein: "Es wird ein guter Gewinn ausgewiesen", heißt es.

Quelle: RP
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