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Ansichtssache
Stundenplan-Improvisation und ihre möglichen Folgen

Meinung | Solingen. In Zeiten von G 8 machen sich Eltern Sorgen, wie ihre Kinder ein gutes Abitur schaffen sollen.

Bei der Gestaltung der Stundenpläne insbesondere an den Solinger Gymnasien ist seit Jahren Kreativität gefragt. Es steht nicht die Zahl an Lehrern zur Verfügung, um den Unterricht in dem Umfang zu gewährleisten, den der Lehrplan eigentlich vorsieht.

Am Humboldtgymnasium beispielsweise wird im Wechsel in A- und B-Wochen unterrichtet, damit einzelne Nebenfächer, in denen besonders wenig Pädagogen zur Verfügung stehen, nicht komplett gestrichen werden müssen. Ein anderes Beispiel: In der Oberstufe ist in vielen Kursen grundsätzlich eine von drei vorgesehenen Stunden im Stundenplan gar nicht vorgesehen. Den fehlenden Stoff sollen sich die Schüler stattdessen in umfangreichen Hausaufgaben selbst beibringen. Es darf stark bezweifelt werden, dass diese Methode den gleichen Effekt hat wie das gemeinsame Lernen im Klassenraum. Die Mädchen und Jungen fangen schon an zu stöhnen, wenn sie einmal eine Woche lang den kompletten Stundenplan abarbeiten müssen. Weil sie es nicht gewohnt sind. Irgendein Fach fällt halt immer aus.

Was die Schüler freut, bereitet den Eltern in G 8-Zeiten große Sorgen. Wie wollen ihre Kinder das Abitur mit einer guten Note oder überhaupt schaffen, wenn ihnen die Inhalte aufgrund ständiger Ausfälle und Stundenplan-Reduzierung nur eingeschränkt oder im Schweinsgalopp vermittelt werden können ? Früher hatten die Gymnasien wenigstens noch die Möglichkeit, bei den Abitur-Aufgaben auf besondere Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen. Beim zentral gesteuerten Abitur interessiert es jedoch keinen, ob ein Fach in all den Jahren zuvor nur eingeschränkt angeboten werden konnte. Der Druck aus Reihen der Eltern muss größer werden, damit sich etwas ändert.

Quelle: RP
 
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