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Solingen
Sturm wird "Polizeikommissar ehrenhalber"

Solingen: Sturm wird "Polizeikommissar ehrenhalber"
FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Die Verkehrswacht, die sich für Sicherheit im Verkehr einsetzt, feierte ihr 65-jähriges Bestehen - und ehrte den langjährigen Vorsitzenden. Von Alexander Riedel

Gerührt setzte der 79-Jährige die Polizeimütze auf - und fragte dann verschmitzt in die Runde: "Darf ich jetzt schneller fahren ?" Karl-Heinz Sturm, der in diesem Sommer den Vorsitz der Verkehrswacht Solingen nach 37 Jahren im Amt abgegeben hatte, darf sich nun "Polizeikommissar ehrenhalber" nennen. Die Auszeichnung verlieh ihm gestern Stefan Kronenberg, Leiter der Direktion Verkehr bei der Wuppertaler Polizei. Zuvor hatte Sturm bereits die Ehrennadel in Gold für sein langjähriges ehrenamtliches Wirken erhalten. Die Ehrung des "Urgesteins" bei der Verkehrswacht sei auch ein wesentlicher Grund gewesen, das 65-jährige Bestehen des Vereins zu feiern, betonte dessen neuer Vorsitzender Jürgen Dahlmann: "Denn zum 50. und 60. hat es keine Feier gegeben."

Den Auftakt des festlichen Programms hatte eine Fahrt mit einem historischen O-Bus nach Burg gebildet. Anschließend trafen sich Mitglieder und Unterstützer der Verkehrswacht im Restaurant Steinhaus am alten Bahnhof, um die Vergangenheit Revue passieren zu lassen und über die Zukunft zu sprechen. "Eine ganz zentrale Frage ist natürlich immer: Was kann man mit dem begrenzten finanziellen Spielraum tun ?" sagte Jürgen Dahlmann. Als Geldquellen stehen dem Verein Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie Einnahmen durch Geldbußen zur Verfügung. Weitere Mitglieder sind stets erwünscht.

Und die Arbeitsfelder der Verkehrswacht sind vielfältig: Vor allem für die Sicherheit der Schwächsten im Straßenverkehr engagiert sich der Verein. Die Schaffung der Jugendverkehrsschule gehört genauso zu seinen Errungenschaften wie die regelmäßigen Kampagnen zur Unfallprävention, etwa zum Beginn der neuen Schuljahre. Hand in Hand mit der Polizei vermitteln die Mitglieder schon in Kindergärten das richtige Verhalten im Straßenverkehr und lassen die Kinder das Fahren mit dem Roller als Vorstufe zum Fahrrad trainieren. Zugleich setzte sich die Verkehrswacht für die Einführung der Schülerlotsen ein, die sich regelmäßig auch in einem Wettbewerb messen. Auch für Senioren gibt es Programme. Die Fahrsicherheitstrainings wiederum richten sich an Autofahrer in jedem Alter.

Vor fünf Jahren haben zudem die Verkehrskadetten in Solingen ihre Arbeit aufgenommen - ein Projekt, das Karl-Heinz Sturm nach eigenem Bekunden besonders am Herzen liegt. Zu den Aufgaben der jugendlichen Verkehrshelfer gehört es nicht nur, den Autofahrern in schwierigen Situationen Hinweise zu liefern, sondern auch Veranstaltungen in der Klingenstadt wie etwa Weihnachtsmärkte und Umzüge abzusichern.

Dank an Karl-Heinz Sturm richtete schließlich auch Nico Rücker, Leiter der Verkehrskadetten: "Sie haben immer für uns gekämpft, nun haben wir eine 20 Mann starke Truppe und sind gut ausgerüstet."

Quelle: RP
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