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Solingen
Superintendentin befürwortet Trauung homosexueller Paare

Solingen. In der Evangelischen Kirche im Rheinland können künftig nicht nur Ehepaare getraut werden, sondern auch gleichgeschlechtliche Paare in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft. Diese Gleichstellung homosexueller mit heterosexuellen Paaren hat die Landessynode gestern in Bad Neuenahr beschlossen. Superintendentin Dr. Ilka Werner hatte einen großen Anteil daran, wie Pressepfarrer Thomas Förster mitteilte. Als Berichterstatterin für dieses Thema hat sie die Diskussion zusammengeführt, Kompromissformulierungen gefunden und den Beschlussvorschlag eingebracht.

Als Vorsitzende des Theologischen Ausschusses warb die Solinger Superintendentin für die neue Regelung. Man müsse zwar respektieren, dass es in der Bewertung von Ehe und Homosexualität vor dem Hintergrund des biblischen Zeugnisses in den Gemeinden weiterhin unterschiedliche Auffassungen gebe. "Entscheidend aber sollte sein, dass wir den starken Wunsch von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen nach einer Kirchlichen Trauung wahr- und ernstnehmen und dass wir deutlich machen können, dass auch sie mit ihren Lebensgemeinschaften ohne Einschränkung zu uns gehören", betonte Werner.

Die Möglichkeit der Trauung auch für gleichgeschlechtlich liebende Paare eröffnet nach den Worten von Ilka Werner nun den Weg, Schritte zu einer Versöhnung mit betroffenen Menschen zu gehen, "die in ihrem Wunsch nach vollständiger Gleichbehandlung bisher in unserer Kirche immer wieder vertröstet und dadurch verletzt wurden".

Nach der neuen Regelung können Pfarrer aber aus Gewissensgründen ablehnen, die Trauung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerinnen oder -partnern selber vorzunehmen. Auch Kirchengemeinden, die bereits früher die Durchführung einer gottesdienstlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften abgelehnt haben, können diesen Beschluss weiterhin aufrechterhalten. In beiden Fällen ist die Gemeindeleitung aber verpflichtet, mit Hilfe der Superintendentin oder des Superintendenten dafür zu sorgen, dass die Trauung des Paares in einer anderen Kirchengemeinde stattfinden kann.

Zudem billigte die Synode bei der Jugendarbeit für die Landeskirche ein Sparkonzept, das den Hackhauser Hof stärkt. So sind in dem Solinger Bildungszentrum unter anderem die Fortbildung von Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit und die praktische Arbeit mit Schulklassen angesiedelt.

(tws)
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