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Solingen
Talfahrt auf Ausbildungsmarkt gestoppt

Solingen. Solingen ist die einzige der drei Städte mit Bewerberrückgang. Arbeitslosenquote bei acht Prozent. Von Christian Peiseler

Für Unternehmen wird es in Zukunft immer schwieriger werden, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Darüber sollten auch einige positive Tendenzen auf dem aktuellen Ausbildungsmarkt nicht hinwegtäuschen. "Wenn die Firmen nicht stärker selber ausbilden, können sie die in Zukunft ausscheidenden Fachkräfte nicht ersetzen", sagte Martin Klebe, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Der demografische Wandel, die sinkende Zahl der Schulabgänger, die steigende Neigung von leistungsstarken Schülern zum Studieren und die schrumpfende Anzahl der Ausbildungsplatzbewerber - vor diesen Herausforderungen steht die betriebliche Berufsausbildung der Zukunft. "Wir brauchen Fachkräfte, die die Veränderung durch die Digitalisierung verstehen und gestalten", sagt Klebe. Um eine Fachkraft adäquat zu ersetzen, brauche es etwa fünf Jahre. "Wir sehen die Entwicklung mit Sorge", sagte Klebe. Bei der Jahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt gibt es in diesem Jahr noch erfreuliche Entwicklungen. Die Zahl der gemeldeten Stellen in Remscheid, Solingen und Wuppertal hat zugenommen. Unternehmen aus dem Städtedreieck meldeten in diesem Ausbildungsjahr, das von Oktober 2016 bis Ende September 2017 verläuft, insgesamt 3.192 Ausbildungsstellen bei der Agentur. Das waren 122 Ausbildungsstellen (plus vier Prozent) mehr als im Ausbildungsjahr zuvor. Dem standen 5.000 gemeldete Bewerber gegenüber, das sind 66 mehr als im Vorjahr.

Durch viele gemeinsame Aktionen mit der Industrie- und Handelskammer und dem Oberbürgermeister ist es gelungen, die Zahl der Ausbildungsstellen deutlich zu steigern. In den vergangenen zwölf Monaten meldeten die Unternehmen und Verwaltungen 718 Ausbildungsstellen für Solingen. Dies sind 46 Stellen oder 6,8 Prozent mehr als im vorigen Jahr. "Ich freue mich, dass sich die vor einigen Monaten abzeichnende Talfahrt gestoppt wurde. Gerade in Solingen ist es wichtig, dass die Jugendlichen auch in ihrer Stadt eine berufliche Perspektive finden", sagte Klebe. 45 Prozent der jungen Solinger suchen sich aber einen Ausbildungsplatz außerhalb der Klingenstadt. In diesem Jahr meldeten sich bisher 1.363 Bewerber bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung. Das sind 58 Jugendliche oder 4,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Solingen ist die einzige der drei Städte mit einem Bewerberrückgang.

Im Oktober sind in Solingen 6.881 Menschen arbeitslos gemeldet, 235 weniger als im September und auch 528 Personen weniger als im Oktober vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt von 8,3 Prozent auf aktuell 8 Prozent; vor einem Jahr lag sie bei 8,7 Prozent.

Quelle: RP
 
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