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Serie Die Retter In Solingen (3)
Teamarbeit rettet in Notfällen Leben

Serie Die Retter In Solingen (3): Teamarbeit rettet in Notfällen Leben
Der ärztliche Leiter der ZAE der St. Lukas Klinik, Dr. Bernhard Plath, und Schwester Gerhild Jendrischewski. versorgen eine Patientin. FOTO: Kempner
Solingen. Die "Zentrale Aufnahmeeinheit" (ZAE) mit der Chirurgischen Ambulanz an der Ohligser St. Lukas Klinik versorgt neben dem städtischen Klinikum die Notfallpatienten in Solingen. Die Patientenzahlen in der ZAE gehen nach oben. Von Benjamin Dresen

Ein Patient kann auf zwei Wegen in die Zentrale Aufnahmeeinheit kommen. Wir zeigen, was dort passiert und wie Ärzte und Pfleger zur optimalen Versorgung des Patienten zusammenarbeiten.

Weg 1: Der Patient sucht die Lukas Klinik selbst auf und betritt rechts nach dem Eingang die ZAE. Eine Pflegekraft befragt den Patienten, misst Blutdruck, Puls, Atemfrequenz, Temperatur und gibt eine Ersteinschätzung ab: Sollte er sofort behandelt werden oder kann er im Wartebereich Platz nehmen? "Die Untersuchung durch einen Arzt geschieht deshalb nicht immer der Reihenfolge nach", erklärt die Pflegerische Stationsleiterin Gerhild Jendrischewski. Sie koordiniert die Station, weist Räume zu, teilt Personal ein, ruft Ärzte und entscheidet über die Dringlichkeit.

Im Behandlungsraum untersuchen tagsüber der Ärztliche Leiter, Dr. Bernhard Plath, oder Oberärztin Juliane Müller den Patienten. Nachts rufen die Pfleger die diensthabenden Ärzte von den Stationen. Oft stehen die Mediziner vor Herausforderungen, denn in der Regel ist das Krankheitsbild nicht sofort erkennbar. "Die Menschen werden älter, es gibt mehr Menschen mit chronischen oder mehreren Erkrankungen", sagt Bernhard Plath.

Eine erste Untersuchung dauert etwa 20 Minuten, aber häufig geben erst Tests wie EKG, Röntgenaufnahme oder Blutprobe Aufschluss, was drei bis vier Stunden Zeit braucht. Bei Unklarheiten zieht Bernhard Plath einen Facharzt hinzu. Erst danach ist klar, ob und in welche Abteilung der Patient stationär aufgenommen wird oder ob er nach Hause kann. "Jeder Fall, der hier reinkommt, ist spannend", sagt Bernhard Plath. "Sie wissen vorher nie, was auf Sie zukommt."

Chirurgische Verletzungen - die Platzwunde am Kopf oder der gebrochene Finger - sind dagegen eindeutiger. Sie behandelt ein chirurgischer Assistenzarzt in der Chirurgischen Ambulanz. Insgesamt stehen in der ZAE sechs und in der Chirurgischen Ambulanz fünf Behandlungsräume bereit.

Weg 2: Ein Rettungswagen bringt den Patienten als Notfall über die Liegendanfahrt in die ZAE. Der Notarzt meldet an die Leitstelle in Wuppertal oder die Leitstelle des Kreises Mettmann den Befund, und diese informiert das Krankenhaus, etwa "Schlaganfall, in 10 Minuten". In der St. Lukas Klinik halten sich dann Ärzte und Pfleger bereit. Im Schockraum sorgen sie für die erste Versorgung, die Erhaltung der Vitalfunktionen und leiten Untersuchungen wie Computertomografie oder Röntgen ein.

Schwerverletzte von Unfällen kommen in den Trauma-Raum. In solchen Fällen geht ein "Trauma-Alarm" an die Diensttelefone des Chirurgen, des Anästhesisten, an das Personal der Notaufnahme sowie an das Labor, die Röntgenabteilung und den Operationssaal. Bei akuten Notfällen muss die Stationsleitung dafür sorgen, dass ein Raum frei wird. Die Patienten im Wartebereich bekommen all dies durch räumliche Trennung nicht mit.

Unter der Woche arbeiten vier Pfleger in der Früh-, drei in der Spät- und einer in der Nachtschicht. Am Wochenende sind es zwei früh und spät und einer nachts. Bernhard Plath: "Die Notaufnahme funktioniert nur, wenn ein Team arbeitet". Der Trend bei den Patientenzahlen zeigt nach oben: von 17.000 im Jahr 2013 auf 23.000 im Jahr 2015. Während die Zahl der "echten" Notfälle konstant ist, steigt die Zahl der Patienten, die mit "leichten Erkrankungen" kommen, wie einer Erkältung oder Rückenschmerzen. "Dafür ist eigentlich der Hausarzt zuständig", sagt Plath. Er sagt aber auch: "Wir weisen niemanden ab."

Quelle: RP
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