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Solingen
Theater-Bienen haben in Höhscheid neue Heimat

Solingen. Vorsichtig löst Kai Kunicke den Schaumstoff, und schon kommen die ersten neugierigen Bienen aus dem großen Bienenstock, um ihre neue Heimat zu begutachten. Zuerst fliegen sie nur kleine Kreise, doch bald schon werden sie mutiger und erkunden die Gegend, suchen nach verlockenden Blüten. Davon gibt es im Frühling genug - auch auf dem Gelände der Gesamtschule Höhscheid. Von Sandra Grünwald

Hier haben die beiden Bienenstöcke, die im vergangenen Jahr noch auf dem Theaterdach gestanden haben, ihre neue Heimat gefunden. Jetzt wurden sie aus ihrem Winterquartier im Rüden geholt und auf dem Schulgelände aufgestellt. Dafür musste ein Hang begradigt werden, damit ein sicherer Standort für die beiden Holzkästen geschaffen werden konnte.

Warum sind die Theaterbienen zu Schulbienen geworden ? "Im Januar hat uns bereits die Schule angesprochen, ob der Imkerverein bereit wäre, eine Imker-AG zu unterstützen", erzählt Kai Kunicke, Vorsitzender des Solinger Imkervereins. "Zuerst hatten wir einen Gewissenskonflikt, weil wir nicht so viele Vereinsbienen haben." Doch dann fiel die Entscheidung, die Bienen der Gesamtschule zur Verfügung zu stellen. "Auch Bienen brauchen Bildung", scherzt Imker Jürgen Hans. Schon Anfang Februar ging die neue AG "Imkerwerkstatt" an den Start. "Es wollten 40 Schüler in der AG mitmachen", freut sich die stellvertretende Schulleiterin Carmen Tiemann über das rege Interesse. Zehn Schüler schafften es in die AG. So wie Jonathan Wirt. "Ich wollte wissen, was Bienen können außer Honig und stechen", gibt der Elfjährige freimütig zu. Außerdem wollte er lernen, wie und warum Bienen Honig machen. "Bienen sind interessante Lebewesen."

Angst hat er vor den summenden und brummenden Insekten keine. Davon schwirren ab jetzt rund 20 000 Stück rund um die Bienenstöcke herum. Ein Schild mit der Aufschrift "Vorsicht Bienen" macht die Schüler aufmerksam. "Wir haben schon Aufklärungsarbeit geleistet", sagt Tiemann. Sie freut sich, dass die Bienen nun die Schulkultur mit prägen.

In der AG "Imkerwerkstatt" können die Schüler direkt vom Fachmann lernen, denn es ist immer jemand vom Imkerverein dabei. "Wir bringen ihnen kindgerecht bei, was ein Imker wissen muss", erklärt Jürgen Hans. "Wie eine Biene funktioniert, welche Krankheiten es gibt, wie man sie schützt."

Nun haben die Schüler die Möglichkeit, mit richtigen Bienenvölkern zu arbeiten. Natürlich soll auch der Honig geerntet werden. "Wir sind nur dazu da, die Kinder anzuleiten und zu sehen, dass alles richtig gemacht wird", sagt Jürgen Hans. Die Arbeit und auch die Freude sollen die Schüler selbst haben. Und am Ende können sie den Honig in Gläser abfüllen. Dann soll er verkauft werden.

Quelle: RP
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