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Solingen
Theaterstück gegen Cybermobbing

Solingen. Mit "Click it!2" gastierte das Präventionstheater Zartbitter im Theater.

Silvio denkt sich nichts dabei, als er den Film, den er gemeinsam mit Klassenkameradin Billa für die Projektwoche gedreht hat, per E-Mail an seinen Cousin weiterschickt. Warum auch: Immerhin verbringt der Schüler ohnehin den Großteil seiner Freizeit in Internet-Chats, empfindet Computer-Verbot als schlimmstmögliche Strafe und ist überzeugt, dass er in der virtuellen Welt sicher ist.

Doch das Video landet auf Youtube, und nicht nur Silvio, sondern auch Billa werden Opfer von Cybermobbing: von Verleumdung und Bedrohung im Internet, von Handy- und Email-Terror, von Gewalt- und Ekelvideos und pornographischen Bildern, die ungefiltert und unbemerkt von den Eltern direkt im Kinderzimmer ankommen. Mit dem Stück "Click it!2", das sich genau diesem Thema widmet, gastierte das Präventionstheater Zartbitter der gleichnamigen Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch aus Köln gestern für zwei Vorstellungen für Schüler der Klassen 5 bis 7 im Theater und Konzerthaus.

Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit jeder Menge altersgerechtem Humor zeigten die drei Schauspieler dabei auf, dass Cybermobbing weder normal noch witzig ist, sondern eine Straftat, und dass die Opfer Unterstützung und Solidarität verdienen, anstatt weiterer Häme. Und sie zeigten auf, dass der pfiffige Captain @Sorglos, Internetlobbyist und Erzähler der Geschichte, der anhand des Beispiels von Silvio und Billa eigentlich aufzeigen wollte, dass das Internet "genauso gefährlich wie Bananenschälen" ist, mit seiner Einschätzung gänzlich falsch liegt.

Bei einer Gesprächsrunde mit den Schauspielern Birgit Mehrmann (Billa) und Massimo Tuveri (Silvio) konnten die Kinder und Jugendlichen im Anschluss an das rund einstündige Stück ihre Fragen loswerden. Und da zeigte sich, dass viele der Mädchen und Jungen bereits Erfahrungen wie Silvio und Billa gemacht haben. "Ich habe das auch schon erlebt", sagte eine Schülerin. "Mir ist das auch schon mal passiert. Ich habe dann mit meinen Freunden darüber gesprochen", so ein Schüler.

Dass sie sich als Opfer von Cybermobbing zur Wehr setzen können und sollten, ist dann - neben so wichtigen Verhaltensregeln im Internet wie dem Schutz der eigenen Daten oder dem Umgang mit Fotos - auch eine ganz wichtige Botschaft, die die Schauspieler den Jugendlichen überbringen wollten. "Lasst Euch nicht einreden, dass Cybermobbing normal ist. Das ist nicht in Ordnung und Du darfst Dich dagegen wehren", wandte sich Massimo Tuveri direkt an sein junges Publikum. Denn Hilfe sei kein Verrat. Eltern, Lehrer und andere Vertrauenspersonen, aber auch die Polizei, seien Anlaufstellen, wenn Jugendliche im Internet Opfer von Mobbing oder Missbrauch würden.

(mxh)
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