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Solingen
Theodor-Heuss-Realschule mit humorvoller Bewerbung

Solingen. Es war 1887, als Oscar Wilde die romantische Erzählung um das Familiengespenst der Cantervilles in einer Londoner Zeitschrift veröffentlichte. Der vor 300 Jahren verstorbene Graf hatte seine Ehefrau ermordet, seither spukt er durch die Gemäuer des Familiensitzes. Leidvoll muss er jetzt mit ansehen, wie die unbedarfte amerikanische Familie Otis einzieht. Die Amis kümmern sich herzlich wenig um Spuk und britische Traditionen, selbst der jahrhundertelang gepflegte Blutfleck auf dem Boden wird einfach aufgewischt.

"Wir haben mit den Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis zehn die Erzählung aus dem Englischen übersetzt und eine eigene Dramaturgie erarbeitet" sagte Kornelia Lepke. Die Lehrerin leitet mit Elmar Siebert die Theater-AG der Theodor-Heuss-Realschule. Viele Kräfte der Schule waren bei der Entstehung des Schauspiels dabei. "Unsere Kunstlehrerin hat Kostüme entworfen und das Bühnenbild erstellt, die Musiklehrerin hat die Begleitmusik komponiert" berichtet Kornelia Lepke.

Gestern Nachmittag präsentierte die Theater-AG etwa 20 Minuten ihrer Produktion im Pädagogischen Zentrum der Friedrich-Albert-Lange-Schule vor Publikum und der Theatertage-Jury. Geschickt und humorvoll persiflierte die Truppe den englisch-amerikanischen Unterschied und arbeitete die damit verbundenen Vorurteile heraus. Witzig auch das Bühnenbild, der britische Adel muss aus seinen Porträts hilflos mit ansehen, wie derb die Amerikaner mit der englischen Tradition umgehen. Überraschend und lustig war auch die plötzliche Werbeunterbrechung des Spiels.

Die Theater AG der Theodor-Heuss-Schule bekam viel Applaus für die Kurzfassung ihres humorvollen und spannenden Stücks. Ihre Bewerbung um den Theaterpreis der Stadt Solingen ist sicher nicht chancenlos, bereits im vorigen Jahr war die Theater AG der Realschule erfolgreich. Die erste komplette Aufführung um den "Geist von Canterville" findet im Juni im Pädagogischen Zentrum der Realschule statt.

Aus bescheidenen Anfängen hat der "Bergischen Theaterpreis" in seiner 19. Auflage Bedeutung weit über das Bergische Land erreicht. 42 Gruppen vom Niederrhein bis zum Ruhrgebiet zeigen an drei Tagen ihre Produktionen an der Walder Gesamtschule. Am Mittwoch sind die Aufführungen der Grundschulen an der Reihe. Die Preisverleihung findet am 25. Juni im Rahmen der Theatergala statt.

(wgü)
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