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Solingen
Tierquälerei mitten in der Stadt

Solingen: Tierquälerei mitten in der Stadt
Ende einer langen Qual: Astrid Hans vom Tierschutzverein holte gestern Nachmittag die letzte der beiden Katzen aus der Wohnung an der Van-Meenen-Straße. FOTO: Anja Tinter
Solingen. In einer verlassenen Wohnung an der Van-Meenen-Straße kämpfen zwei ausgehungerte Katzen ums Überleben, bis Nachbarn die Feuerwehr alarmieren. Inzwischen wurden beide Tiere befreit. Der Mieter muss nun mit einem Strafverfahren rechnen. Von Sandra Grünwald

Zwei Katzen, die hinter Glasscheiben auf einer Fensterbank sitzen und kläglich miauen, sind Nachbarn einer Wohnung an der Van-Meenen-Straße aufgefallen. Bald schon ist klar: Die Tiere kämpfen ums Überleben. Von den Besitzern, die im Februar aus der Wohnung ausgezogen sind, zurückgelassen, waren die Tiere tage-, womöglich wochenlang ohne Versorgung und allein in der Wohnung eingeschlossen.

Eine Nachbarin setzte sich mit dem Tierschutz in Verbindung. Noch bevor Hilfe eintraf, versuchte eine der beiden Katzen – ein weiß-braunes Tier – aus Verzweiflung durch das gekippte Fenster zu fliehen. Die Katze blieb stecken und hing hilflos eingeklemmt im Fenster fest.

Nachbar half auf der Leiter

Ein beherzter Nachbar kletterte auf einer Leiter zum Fenster empor und schaffte es, die Katze zu befreien und wieder in die Wohnung zurück zu schubsen. Da die Katze ihre Hinterläufe nicht mehr bewegen konnte, rief der Nachbar die Polizei, die gemeinsam mit der Feuerwehr anrückte. Während des Einsatzes verschaffte sich die Feuerwehr am Sonntagabend Zutritt zur Wohnung durch eines der gekippten Fenster. Die verletzte Katze wurde aus der nach Katzenkot stinkenden Wohnung geholt und zu einem Tierarzt gebracht. Laut Aussage der Tierarztpraxis Korte/Stagel hat die Katze überlebt. Sie sei völlig ausgehungert gewesen und abgemagert. Inzwischen wurde sie ins Tierheim gebracht.

Die zweite Katze befand sich weiter in der Wohnung. Der Nachmieter – es soll sich um den Bruder des Vormieters handeln – soll angeblich die Katzen übernommen haben. Je-doch wohnt er allem Anschein nach noch nicht in der Wohnung und kümmert sich offenbar nicht um die Tiere, berichten Nachbarn. Seine Versprechung, noch am Sonntagabend nach der Katze zu sehen, habe er nicht eingehalten. Eine Nachbarin hat inzwischen das Veterinäramt informiert.

Andrea Kleimt vom Tierschutzverein Bergisch Land steht mit dem Veterinäramt in Kontakt. Gestern Nachmittag ließ sie das zweite Tier dann aus der Wohnung holen und ins Tierheim bringen. Leider komme es immer mal wieder vor, dass Tiere in Wohnungen zurückgelassen würden, sagt die Tierschützerin. "Erst im letzten Monat kam ein Meerschweinchen zu uns ins Tierheim, das an Tumoren litt. Da waren die Besitzer auch einfach ausgezogen", so Andrea Kleimt.

Im vergangenen Herbst holte das Veterinäramt Katzen aus einer Wohnung, deren Besitzer ins Gefängnis gekommen war. Auf den neuen Mieter der Wohnung an der Van-Meenen-Straße kommt jetzt erst einmal eine Rechnung für den Feuerwehreinsatz zu.

Quelle: RP
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