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Kommentar
Nicht genutzte Demokratie

Meinung Schon die Wahlhelfer haben geahnt, dass der neue Oberbürgermeister in Solingen erst am 27. September gekürt werden kann. Mit den Worten "Nehmen Sie den Zettel wieder mit für die Stichwahl" wurde die Wahlbenachrichtigung direkt wieder ausgehändigt. Wo war der Zusatz "eventuelle" oder "mögliche" Stichwahl ? Tatsächlich wäre es eine große Überraschung gewesen, wenn schon gestern eine Entscheidung gefallen wäre. Der Anteil der Stimmen von zusammen knapp 20 Prozent, den die drei Einzelbewerber auf sich vereint haben, war zu viel, aber in dieser Größenordnung zu erwarten.

Auch mit einer niedrigen Wahlbeteiligung war zu rechnen gewesen. Von den unrealistischen 96,7 Prozent, die ganz zu Beginn der Hochrechnungen im Konzertsaal auf die Leinwand bei den Briefwahl-Ergebnissen projiziert wurden, war man in Solingen bei 36,58 Prozent meilenweit entfernt. "Für eine lebendige Demokratie ist das zu wenig", kommentierte Oberbürgermeister Norbert Feith treffend. Man könnte fast meinen, dass es dem Großteil der Solinger egal ist, wer sie als Oberbürgermeister repräsentiert.

In zwei Wochen wird die Quote wohl noch niedriger sein. Denn es darf bezweifelt werden, dass die 3070 ("Protest-) Wähler, die Wolfgang "Coco" Teuber ihre Stimme gegeben haben, sich die Mühe machen, um Frank Feller oder Tim Kurzbach zu unterstützen.

Quelle: RP
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