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Solingen
Trauung im besonderen Ambiente

Hochzeit im besonderen Ambiente
Hochzeit im besonderen Ambiente FOTO: Hertgen, Nico
Solingen. Immer mehr Paare im Bergischen Land ziehen es vor, sich das Ja-Wort nicht mehr im Standesamt, sondern an Orten zu geben, die eng mit der Heimat verbunden sind - eine Auswahl. Von Alexander Riedel

Ob an einem Leuchtturm in Nähe der rauschenden Brandung, im noblen Restaurant bei Kerzenschein oder am Rande von Konzerten oder Fußballspielen - die Liste der Orte für Heiratsanträge ist lang. Da versteht es sich im Grunde von selbst, dass es auch über den richtigen Platz für die Trauung unterschiedliche Auffassungen gibt. Dem tragen inzwischen viele Standesämter Rechnung.

In Solingen etwa ist normalerweise das Haus Kirschheide als Sitz des Standesamts Anlaufpunkt für Paare, die sich das Ja-Wort geben wollen. Doch für den Fall, dass auch die von einem großen Garten umgebene klassizistische Villa aus dem 18. Jahrhundert nicht ganz dem Geschmack der künftigen Eheleute entspricht, gibt es nicht weniger elegante Alternativen: Einmal im Monat bietet das Standesamt von April bis Dezember in der Kemenate von Schloss Burg Trauungen an - immer freitags und gegen eine zusätzliche Gebühr. Andere zieht es zum Schloss Grünewald an der Grenze zu Wuppertal. Seit Mitte 2013 kommt der Standesbeamte in Solingen auf besonderen Wunsch, allerdings zu festgelegten Zeiten, an die verschiedensten Orte, die sich die Paare selbst ausgesucht haben.

42 solcher mit Extrakosten verbundenen Außer-Haus-Termine bietet das Standesamt pro Jahr an - bei insgesamt rund 780 Eheschließungen. Die Liste der Orte ist lang und reicht vom Restaurant Steinhaus im Alten Bahnhof über das Kaffeehaus in Gräfrath bis zum Gewächshaus des Botanischen Gartens. "Es gibt einen Trend zu individuellen Trauungsorten", erzählt Horst Strotmann vom Solinger Standesamt.

In Wermelskirchen können sich die Paare das Ja-Wort in den historischen Bürgerhäusern Eich 6/8 geben. Größeren Hochzeitsgesellschaften ab etwa 70 Personen stehe zudem das im vergangenen Jahr zum Trauzimmer umgewidmete historische Kino "Film-Eck" zur Verfügung, wie eine Mitarbeiterin des Standesamtes berichtet. Keine Trauungen finden hingegen in Gaststätten und Hotels statt.

Alle Wünsche lassen sich auch für die Solinger Hochzeitspaare nicht erfüllen - schließlich solle die Trauung in einem "würdevollen, der Bedeutung der Ehe entsprechenden Rahmen" erfolgen, wie es auf der städtischen Website heißt: "Es gab Paare, die wollten in der Umkleidekabine eines Fußballclubs oder auf einer Wiese getraut werden", berichtet Strotmann. Sie mussten sich einen Ausweichort für den "schönsten Tag des Lebens" suchen.

Quelle: RP
 
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