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Solingen
Trommeln erklingen beim Afrikafest im Südpark

Solingen. Das hört man auch nicht alle Tage im Südpark: Trommeln, von wirklichen Könnern geschlagen. Fabakary Jobateh, von den Mitgliedern des Vereins Baobab liebevoll Jo genannt, macht hier mit seinen drei Bandmitgliedern einen Soundcheck. Die Band heißt Thiosan, und ihre Mitglieder sind echte Afrikaner - obwohl Jo, der bereits seit zehn Jahren hier lebt, Solingen als seine Heimat bezeichnet. Von Ulrike Kohl

Der Verein Baobab hatte zum Afrikafest in den Südpark eingeladen. "Wir machen das jetzt zum zweiten Mal", erzählt Mitorganisatorin Claudia Elsner-Overberg. Der Verein besteht seit 2006 und leistet Hilfe für Frauen im Senegal. Die Vorsitzende Lisa Brandstätter hatte sich damals ein halbes Jahr im Senegal aufgehalten. Zwei Monate davon arbeitete die gelernte Röntgenassistentin in Thiès im Krankenhaus, bevor sie Kontakt zu einheimischen Frauen aufnahm. Hier erfuhr sie, was die Frauen im Senegal dringend benötigen, um sich von ihren Männern unabhängig machen zu können.

Inzwischen besteht der Kontakt zu ungefähr 80 Frauen. Mit Hilfe von Geldern des Vereins Baobab wurden Brunnen gebaut und Felder bewässert. Die eigenen Erzeugnisse werden verkauft und mit den Erlösen werden die Frauen selbstständig.

Im Südpark konnte man bestaunen, was die Frauen im Senegal herstellen: Es gab wunderschöne Baumwollkleider und Taschen, Schmuck, Bilder, Schnitzereien und Postkarten zu kaufen. Außerdem wurden afrikanische Spezialitäten zum Essen und Trinken angeboten.

"Egsil ak Jàmm" (Herzlich willkommen) stand auf einem Plakat. Und willkommen hieß auch Bandleader Fabakary Jobateh die Gäste zu einem "kleinen Workshop" im Trommeln. "Das Miteinander ist das Ziel dieser Aktion", versichert Jo. Er musste nicht lange bitten. Spontan hatten plötzlich alle zur Verfügung stehenden Trommeln einen Spieler gefunden.

Der Erlös dieses Festes, das von der Stadt Solingen unterstützt wird, gehe natürlich wieder zurück in den Senegal, versichert Lisa Brandstätter. Und kommendes Jahr wird auch sie wieder nach Afrika reisen, das steht jetzt schon fest. Diesmal muss sie sich dafür nicht einmal Urlaub nehmen, da sie jetzt im Vorruhestand ist, wie sie erzählt.

Quelle: RP
 
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