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Ansichtssache
Über die Messe Expo Real in die Zukunft investieren

Solingen. Solingen, Remscheid und Wuppertal beteiligen sich seit 16 Jahren mit einem gemeinsamen Stand an der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real. Ins Hintertreffen geraten die Städte, die auf diese Messe verzichten. Von Uwe Vetter

Dabei sein ist alles. Bei der Gewerbe-Immobilienmesse Expo Real zählt allerdings nicht nur der olympische Gedanke. Vielmehr ist diese Teilnahme ein absolutes Muss nicht nur für Solingen, sondern auch die bergischen Partner Remscheid und Wuppertal. Denn wer sein Entwicklungspotenzial mit verfügbaren Gewerbeflächen oder zu entwickelnden Brachen nicht ins nationale und internationale Schaufenster stellt, der wird von Projektentwicklern oder ansiedlungswilligen Unternehmen nicht wahrgenommen. Die Städte geraten nicht nur ins Hintertreffen, sondern ins Abseits.

Dabei ist der Wettbewerb unter den Kommunen ohnehin hart genug. Investoren schauen auf Kennzahlen wie Gewerbe- oder Grundsteuer. Solingen hat hier im Vergleich zu kleineren Nachbarstädten nicht unbedingt die Nase vorn. Die Klingenstadt kann als kreisfreie Stadt jedoch mit der Nähe zu den Großmetropolen Köln und Düsseldorf punkten, mit einer guten Schul- und Kulturlandschaft, günstigem Wohnraum sowie noch verfügbaren Gewerbeflächen und einigermaßen guten Verkehrsanbindungen (jenseits der A 3) sowie zwei Flughäfen, die unter einer Stunde zu erreichen sind. Vom Piepersberg oder dem Dycker Feld ist es beispielsweise nicht weit zur Autobahn 46. Und die Nähe zu Universitäten in Wuppertal, Köln und Düsseldorf sorgt mit dafür, auch qualifizierte Fachkräfte für Unternehmen nach Solingen beziehungsweise die bergische Region locken zu können.

Die weichen Standortfaktoren sind also nicht zu unterschätzen, wenn es darum geht, Investoren für Solingen zu begeistern. Das sind wahrlich Pfunde, mit denen man wuchern kann. Auch die ins Licht zu stellen, ist Aufgabe der Stadtspitze und der Wirtschaftsförderer auf der Expo Real in München, die gestern nach drei Tagen zu Ende ging.

Zum 16. Mal stellten sich die Klingenstadt, Remscheid und Wuppertal in München gemeinsam Investoren und Projektentwicklern vor. Mit an Bord waren zudem die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Vertreter der Industrie- und Handelskammer sowie der Sparkassen. Und alle drei Oberbürgermeister - Tim Kurzbach, Andreas Mucke (Wuppertal) und Burkhard Mast-Weisz (Remscheid) - waren in der bayerischen Metropole, um für die einzelnen Städte, aber auch für das Bergsche insgesamt zu werben. Dabei half auch die neue Standgestaltung mit den großformatigen Bildmotiven. Auch das Co-Branding mit der Metropolregion Rheinland wurde positiv aufgenommen.

Solingen hat derzeit einige große Projekte vor der Brust, die man mit externer Hilfe umsetzen möchte. Um neue Firmen anzusiedeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das Hansa-Quartier in Ohligs, das Omega-Gelände in der Stadtmitte oder im nächsten Jahr das Rasspe-Areal, wenn der Sanierungsplan steht. Im Hansa-Viertel zwischen dem im Bau befindlichen Galileum und dem Softwareentwickler Codecentric stehen 10.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. 600 Arbeitsplätze könnten hier entstehen - unter anderem für IT-Dienstleister. Das würde gleichzeitig auch einen weiteren Schritt in die Zukunft bedeuten - und eine weitere Reduzierung der immer noch vorherrschenden Zahl an Arbeitsplätzen in der verarbeitenden Industrie zugunsten von Stellen im Dienstleistungsbereich.

Zunächst aber müssen die Messekontakte in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Mit einigen Projektentwicklern wurden Termine in Solingen vereinbart. Es wird sich bald zeigen, ob sich die Teilnahme auch in bare Münze auszahlt.

Quelle: RP
 
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