| 11.32 Uhr

Solingen
Unfall: Gutachter eingeschaltet

Solingen. Sachverständiger soll Ursache des tödlichen Crash ermitteln.

Der tödliche Verkehrsunfall vom Sonntagmittag auf der Schützenstraße hat tiefe Betroffenheit ausgelöst. Bei dem ersten Solinger Unfalltoten in diesem Jahr handelt es sich um einen 48-jährigen Motorradfahrer. Der Mann hatte es am Sonntag nur noch wenige hundert Meter bis zu seinem Zuhause, als er auf seiner Suzuki mit dem Fahrzeug der Marke Landrover einer Solingerin kollidierte.

Der Unfall wurde am Sonntag von der Polizei mit dem Monobildverfahren aufgenommen. Das ist eine Methode, mit der sehr genaue Unfallskizzen gefertigt werden. Dabei handelt es sich um ein Messverfahren, bei dem Beamte neben den Unfallfotos zur Dokumentation der Unfallschäden und der Örtlichkeit gesonderte Fotos machen, auf denen die abmarkierte Spuren des Unfalls klar wiedergegeben wird.

So gibt es eine zehn Meter lange Bremsspur des Motorrades. Demnach hatte der Solinger noch versucht, abzustoppen. Er muss aufgrund der Unfallspuren an dem Geländewagen gegen die Tür und den Kotflügel geprallt sein, ehe er gegen die Windschutzscheibe und den Querholm des Dachansatzes geschleudert wurde. Widerbelebungsversuche durch ein Notarztteam hatten zunächst Erfolg. Der Mann wurde danach ins Klinikum gebracht. Eine eingeleitete Notoperation überlebte er nicht.

"Die Schäden an dem Motorrad und dem schweren Geländewagen der Frau sind enorm. Das könnte ein Indiz dafür sein, das der Aufprall auf den - laut Zeugenaussagen - langsam abbiegenden Geländewagen bei hoher Geschwindigkeit des Motorrades erfolgt sei", heißt es aus Polizeikreisen. Daher sei auch ein Unfallsachverständiger eingeschaltet worden. Er soll die beiden Fahrzeugwracks unter die Lupe nehmen und anhand deren Deformierungen ein Gutachten über den Unfallhergang erstellen.

Bei dem Unfall gab es Augenzeugen, darunter ein Auto- und ein weiterer Motorradfahrer. Beide hatten mit dem späteren Unfallopfer an der roten Ampel der Großkreuzung Werwolf warten müssen. Bei Ampelgrün sei der 48-Jährige dann Richtung Krahenhöhe losgefahren. Der abgerissene Tachometer der Suzuki soll etwas mehr als 100 Kilometer pro Stunde angezeigt haben. Ob dies dem Aufpralltempo entspricht, muss jetzt ebenfalls der Gutachter prüfen.

"Wir ermitteln erst einmal gegen die Autofahrerin, weil sie vor dem Linksabbiegen von der Schützenstraße auf das Tankstellengelände wohl ihrer Sorgfaltsplicht nicht nachgekommen ist, dass es keinen Gegenverkehr gab", sagte gestern ein Polizeisprecher. Andererseits spreche auch einiges dafür, dass der Motorradfahrer wohl zu schnell unterwegs gewesen sei. Die Schuld- oder Mitschuldfrage sei noch ungeklärt.

(hpm)