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Solingen
Unfallgefahr: eine Trasse, viele Nutzer

Solingen: Unfallgefahr: eine Trasse, viele Nutzer
Bei der Sicherheitsaktion auf der Korkenziehertrasse appellierte die Polizei an Fahrerfahrer und Fußgänger, aufeinander Rücksicht zu nehmen. FOTO: Mak
Solingen. Auf dem Erlebnisweg in Solingen kann es eng werden. Polizei informierte bei einer Sicherheitsaktion. Von Günter Tewes

Jede Menge Verkehr herrscht auf der Trasse: Radler, Spaziergänger, Skater - sie alle müssen sich den Erlebnisweg teilen. An schönen Tagen, wie jetzt, wird es mitunter eng; und am Wochenende noch einmal umso mehr, wie Polizist Thomas Müller betont. Radeln auf alten Bahnstrecken liegt im Trend in der Region. Problem der Korkenziehertrasse ist allerdings, dass die - im Unterschied zur Nordbahntrasse in Wuppertal - früher nur eingleisig ausgebaut worden war. Das macht es in Solingen noch einmal enger und gefährlicher. "Damit es klappt, muss jeder auf jeden Rücksicht nehmen", appelliert Müller. Der Verkehrssicherheitsberater informierte gestern mit seinem Kollegen Uli Schmidt auf der Trasse ausgangs des Schlagbaumtunnels über ein unfall- und konfliktfreies Miteinander. Dabei sprachen sie insbesondere Radler an; die sind am schnellsten unterwegs.

"Die Korkenziehertrasse ist kein Unfallbrennpunkt", erklärt Müller. "Damit das so bleibt, versuchen wir die Menschen mit solchen Aktionen zu sensibilisieren."

Dass sie ihren Info-Stand ausgerechnet vor dem Schlagbaumtunnel postierten, war kein Zufall. Das ist gerade bei einem Sonnentag wie gestern eine heikle Stelle. Wer mit Rad in die Röhre fährt, ist auf den ersten Metern erst einmal im Blindflug unterwegs - wegen des abrupten Lichtwechsels ins Dunklere. Der Schlagbaumtunnel ist nur spärlich beleuchtet.

"Deshalb immer das Licht einschalten - um von anderen frühzeitig gesehen zu werden." Müller und Schmidt haben die Vorbeiradelnden darauf hingewiesen. Denn längst nicht alle beherzigten dies.

Doch bei Thomas Grothe leuchten Vorder- und Rücklicht am Rad. Er nutzt täglich die Trasse auf dem Weg zur Arbeit und lässt die Sicherheit dabei nicht außer acht. Wenn er mit 20 Stundenkilometern unterwegs sei, und der entgegenkommende Radler ebenfalls, würden sich die Kräfte bei einem Zusammenstoß doch schon auf Tempo 40 summieren, gibt Grothe zu bedenken.

Die Verkehrssicherheitsberater Müller und Schmidt wiesen zudem darauf ihn, stets Rekflektierendes an der Kleidung zu tragen und statteten so manchen Trassenradler an ihrem Info-Stand sogleich mit Leuchtarmbändern aus. Zur Stärkung verteilten sie zusätzlich Traubenzucker und Bananen.

Außerdem klärten sie über die Notwendigkeit des Helmes auf, ohne den keiner aufs Rad steigen sollte: "Der Helm schützt zu 80 Prozent vor schweren Kopfverletzungen."

Unweit des Schlagbaumtunnels war vor Jahren ein Radfahrer auf der Trasse an den Folgen eines Sturzes verstorben. Im Kopf hatte sich ein Blutgerinnsel gebildet. Er hatte keinen Helm getragen.

Quelle: RP
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