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Solingen
Unterburg ist 2017 monatelang Sackgasse

Solingen: Unterburg ist 2017 monatelang Sackgasse
Baustelle Hochwasserschutz in Unterburg: Die nächste Vollsperrung der Eschbachstraße erfolgt am Dienstag, 11. Oktober. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Noch ein Tag Vollsperrung der Eschbachstraße in diesem Jahr: am 11. Oktober. Ab Februar ist das anders: Wegen Hochwasserschutzarbeiten wird die Durchfahrt mindestens sechs Monate gestoppt. Von Günter Tewes

Mit Presslufthammern kürzen die Bauarbeiter die unlängst betonierten Bohrpfähle am Eschbach. Die Bewährungseisen der Spitzen müssen freigelegt werden, damit darauf die Beton-Widerlager an den beiden Uferseiten für die neue Mühlendamm-Brücke fest vergossen werden können. Wird die schließlich am 11. Oktober mit ihren drei Fertigteilen per Autokran eingehoben, wird Unterburg noch einmal für einen Tag zur Sackgasse.

An diesem Dienstag muss dafür die Eschbachstraße wieder voll gesperrt werden, wie zuletzt in den Sommerferien über rund zwei Wochen. Dabei hätte die neue Brücke am Mühlendamm eigentlich schon in der vergangenen Woche eingebaut werden sollen. Doch bei einigen der bis zu neun Meter tiefen Bohrpfählen gab es Abweichungen in der Lage; ein Statiker überprüfte das noch einmal, um sein Okay zu geben. Zum Folgen-schweren Problem ist es also nicht geworden, wie Patrick Vondung, Projektleiter des Wupperverbandes, unserer Redaktion berichtet.

Gleichwohl konnte der geplante Vollsperrungstermin der Eschbachstraße nicht mehr gehalten werden. Aufs Neue mussten Abstimmungen mit der Feuerwehr, Rettungskräften und den Verkehrsbetrieben erfolgen. Dazu ist ein entsprechender Vorlauf nötig.

Das ist ein Beispiel, wie vielschichtig die einzelnen Arbeitsschritte für einen verbesserten Hochwasserschutz in Unterburg mit der Tieferlegung des Eschbachs und einer Sanierung der maroden Ufermauern sind. Das enge Tal mit der Durchgangsstraße nach Oberburg und weiter zur Autobahn 1 sowie die dicht am Bach stehenden Fachwerkhäuser machen es schwierig.

Nach dem 11. Oktober können die Bewohner von Unterburg aber erst einmal durchatmen. Die Vollsperrung an diesem Tag wird für 2016 die letzte. Im nächsten Jahr sieht das freilich anders aus.

Von Mitte Februar an kann auf der Straße für sechs Monate nicht weitergefahren werden, möglicherweise sogar für acht Monate, je nachdem, wie zügig die Arbeiten vorangehen. Die Vollsperrung greift jeweils von montags bis freitags in der Zeit von 7 bis 18 Uhr.

Dann geht es um die Uferbefestigungen mit der städtischen Stützwand an der Eschbachstraße oberhalb der Mühlendammbrücke, wo bereits seit Jahren auf einer Länge von 300 Metern die Fahrspur an der Uferseite gesperrt ist. Stadt und Wupperverband haben diese Arbeiten nach den Worten von Karsten Ditscheid, Projektleiter bei den Technischen Betrieben, bewusst verknüpft, um die Belastung für Anwohner möglichst gering zu halten. Zugleich ist es wirtschaftlicher, sich um Bach und Stützwand der Straße gleichzeitig zu kümmern.

Die im Frühsommer angelaufenen Arbeiten für einen verbesserten Hochwasserschutz in Unterburg sollten eigentlich nach eineinhalb Jahren Bauzeit abgeschlossen sein. Doch die Zeitschiene dürfte nicht mehr zu halten sein. Dem Vernehmen nach gestaltet es sich sehr viel umfänglicher und die Arbeiten werden wohl noch bis in das Jahr 2018 hineinreichen.

1,60 Meter wird die Sohle des Eschbachs an der Mühlendamm-Brücke tiefer gelegt. Wie schwierig das wird, zeigt sich an dem angrenzenden Fachwerkhaus, dessen Fundament aus Bruchsteinen zugleich Ufermauer ist. Das muss erst aufwändig mit Beton neu gegründet werden, um den Bach an dieser Stelle derart auskoffern zu können.

Dabei ist dies nur ein kurzer Abschnitt, damit sich der Eschbach in Zukunft nach Unwettern nicht mehr gefährlich aufstaut. "Von der Brücke zur Wupperinsel an werden auf einer Länge von 650 Metern", erklärt Patrick Vondung vom Wupperverband, "die Ufermauern neu gebaut beziehungsweise ertüchtigt." Das trifft auf dieser Strecke ebenso auf alle Brücken über dem Eschbach zu.

Quelle: RP
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