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Solingen
Unternehmen wird fortgeführt und saniert

Solingen. Westerbeck GmbH & Co. KG musste wegen der Pleite eines wichtigen Kunden Insolvenzantrag stellen.

Unternehmerische Fehlentscheidungen haben bei der Westerbeck GmbH & Co. KG nicht zur Insolvenz geführt. Vielmehr die Insolvenz eines wichtigen Kunden des Solinger Dienstleisters aus den Bereichen Engineering und Fertigung, Montagen und Revisionen von Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und anderen Produktionsanlagen, in denen das Unternehmen von der Brühler Straße als Full-Service-Anbieter tätig ist. Dadurch sind Forderungen in einer Gesamthöhe von rund einer Million Euro ausgefallen. Von der Insolvenz sind 84 Mitarbeiter betroffen - nicht nur in Solingen, sondern an mehreren Standorten. Alle Arbeitsplätze sollen aber erhalten werden.

"Die Löhne werden durch das Insolvenzgeld während des voraussichtlich dreimonatigen Vorverfahrens weiter gezahlt", erläutert Marco Kuhlmann. Der Rechtsanwalt und Sanierungsspezialist aus der Wuppertaler Kanzlei Kreplin & Partner ist vom zuständigen Amtsgericht Wuppertal zum vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt worden und betont: "Wir wollen das Unternehmen in einem Insolvenzplanverfahren sanieren und erhalten."

Darunter versteht man einen Vergleich, durch den sowohl die Gläubiger bestmöglich befriedigt werden sollen, als auch das Unternehmen unter der Führung des bisherigen Eigentümers erhalten bleiben soll. Das heißt konkret: "Der bisherige Eigentümer Lothar Westerbeck wird bei erfolgreicher Insolvenzplanumsetzung nach Abschluss des Insolvenzverfahrens in unternehmerischer Verantwortung bleiben können", sagt Marco Kuhlmann. Er ist jedenfalls guter Dinge. "Die Sanierungsaussichten für das Familienunternehmen sind aktuell sehr gut. Ich bin trotz des frühen Stadiums des Verfahrens überzeugt davon, dass die Firma Westerbeck eine gute Chance hat, aus dem Insolvenzverfahren gestärkt für die Zukunft hervorzugehen."

Zumal der Solinger Dienstleister eine etablierte Marktposition habe, einen stabilen Kundenstamm und eine brauchbare Substanz - zudem eine motivierte Belegschaft inklusive Führung.

Der Insolvenzverwalter will alle gängigen Sanierungsinstrumente einsetzen, "um das Unternehmen leistungswirtschaftlich zu restrukturieren, aber gleichzeitig die Gläubigerinteressen bestmöglich zu erfüllen".

Die Gläubigerinteressen, ergänzt Marco Kuhlmann, "müssen so gut es geht bedient werden. Aber wir sind überzeugt, dass ihnen die geplante Sanierung und Fortführung die meisten Mehrwerte liefert".

(uwv)
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