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Solingen
VBE fordert mehr Elternhaltestellen vor den Schulen

Solingen. Fast täglich gibt es "Beinaheunfälle" vor Schulen. Eltern würden ihre Kinder am liebsten mit dem Auto bis ins Klassenzimmer fahren - und gerade in der dunklen Jahreszeit ist es besonders kritisch durch wendende oder rückwärtsfahrende Autos. "Tickende Zeitbomben" sieht hier der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Solingen, der mit Blick auf die Verkehrssicherheit ein Kooperationsprojekt mit der Uni Wuppertal startet.

Vergangenes Jahr rief der VBE bereits das Bündnis für Verkehrssicherheit vor Solinger Schulen ins Leben. Gemeinsam mit Parteien, der Stadtschulpflegschaft sowie einiger kommunaler Institutionen wurden verschiedene Maßnahmen von städtischer Seite aus ergriffen. Ein Schwerpunkt war hier die Neu-Einrichtung von Tempo 30-Zonen.

Die Reduzierung der Geschwindigkeit vor Schulen ist zwar ein wichtiger Punkt, doch für den VBE ist ein Konzept der Elternhaltestellen noch viel wichtiger. "Hauptgefahrenquellen sind die Eltern, die ihre Kinder bis ins Klassenzimmer kutschieren, weil sie jeden Zentimeter Fußweg für ihren Nachwuchs vermeiden wollen", sagt VBE-Vorsitzender Jens Merten. Er will das Projekt insgesamt weiter vorantreiben. Deshalb hat der Lehrerverband Kontakt mit der Bergischen Uni aufgenommen. Mit Ingenieur Manuel Beyen, der an der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Straßenverkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik lehrt, konnte ein Experte als Partner gewonnen werden. "Wir sind sehr froh über diese Chance", erklärt VBE-Vorstandsmitglied Daniel Weber von den Möglichkeiten, die sich nun bieten. Die umfassende wissenschaftliche Analyse der Situationen vor den Schulen, die ihre Brennpunkte schon klar benannt haben, werde fundierte Ergebnisse liefern. "Und das alles ohne Kosten für die Stadt Solingen", ergänzt Daniel Weber.

Eine aktuelle Abfrage des VBE unter Grundschulen ergab, dass sich die Situationen vor einigen Schulen deutlich entspannt haben. "Das spricht für den Erfolg der bisher durchgeführten Maßnahmen. Allerdings gibt es noch immer große Gefahrenpunkte, die zu überprüfen sind", so Weber. Teilnehmende Grundschulen in Solingen sind Westersburg, Katternberger Straße, Wiener Straße, Erholungsstraße, Kreuzweg, Klauberg und Südstraße.

Ziel des Projektes ist es laut VBE, an ausgewählten Grundschulen sowohl eine Hilfestellung zu geben, das Problem "Hol- und Bringverkehr an Grundschulen" einzuschätzen, als auch Hinweise zur Verbesserung in Form der Einrichtung von Hol- und Bringzonen sowie begleitende Projekte zur Bewegungsförderung zu geben.

(uwv)
 
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