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Solingen
Verblüffende Fakten aus der Industrie

Industriemuseum Solingen: "Ist das möglich?"
Solingen. Die ersten Schulklassen haben die Mitmach-Ausstellung "Ist das möglich ?" im LVR-Industriemuseum besucht. Neugierig experimentieren die Jugendlichen an acht Stationen, um zum Abschluss das erlangte Wissen in einer Quizshow zu testen. Von Guido Radtke

Zielstrebig steuern die Mädchen und Jungen die kleine Tribüne im Herzen der Experimentier-Ausstellung "Ist das möglich ?" im LVR-Industriemuseum an. Den eigentlichen Exponaten wird kaum ein Blick geschenkt. Stattdessen würden sich die Jugendlichen aus der Pina-Bausch-Gesamtschule in Wuppertal am liebsten schon jetzt an die vier Stehpulte mit den roten Buzzern stellen und sich in dem Quiz versuchen, das am Ende des geführten Rundgangs auf sie warten wird. "Die moderierte Quizshow ist jedes Mal das Highlight", weiß Projektleiterin Nicole Scheda.

Vor drei Wochen ist die für Jugendgruppen konzipierte Mitmach-Ausstellung eröffnet worden. Sechs Schulklassen haben sie seitdem besucht - die Tendenz bei den Anmeldungen: kontinuierlich steigend. "Zuletzt in Oberhausen waren sogar keine freien Termine mehr verfügbar, was jedoch auch mit dem großen Einzugsgebiet im Ruhrgebiet begründet war", berichtet Nicole Scheda. Solingen ist nun der dritte Standort, an dem die Wander-Ausstellung über industrielle Materialien und ihre überraschenden, manchmal aber auch ganz gewöhnlichen Eigenschaften gezeigt wird. Bis zum 25. August sollen sich Kinder (ab 8 Jahren), Jugendliche und Familien an den acht Stationen mit wissenschaftlichen oder spielerischen Experimenten probieren.

Eine Hantel aus Stahlschaum demonstriert, wie Materialien heute leichter gemacht werden. FOTO: Kempner, Martin (mak)

Jürgen Kratz ist einer der Museumsführer, der sich bei "Ist das möglich ?" allerdings in einer anderen Rolle sieht. Zusammen mit zwei Scouts steht er nur dann mit Rat und Tat zur Seite, wenn er fragende Blicke sichtet und erkennt, dass sich die Besucher bei einem der zahlreichen Experimente auf dem ganz falschen Lösungsweg befinden. "Fast immer müssen wir eingreifen, wenn es darum geht, die Dichte von Stahl, Aluminium, Granit und Eichenholz zu bestimmen", sagt Kratz. Eigentlich sei es ganz einfach, aber für viele vom Kopf her nur schwer zu verstehen.

An anderen Stationen kommen die Jugendlichen durch geschicktes Ausprobieren schnell zu den gewünschten Ergebnissen. Papier wird zu einem beliebigen Körper geformt, der einem größeren Gewicht standhält. Im Selbstversuch wird getestet, welche enorme Zugkraft ein Seilzug, sogenannte Slacklines, aushalten müssen. Porzellanteller werden abgeklopft und so auf Materialfehler untersucht. Ausgerüstet mit Anleitungen und Utensilien arbeiten die Gesamtschüler fast ausnahmslos konzentriert und neugierig an jedem Ausstellungsmodul. Besonders viel Zeit nehmen sie sich zum Erfühlen verschiedener Materialien, die aber kaum zu erraten sind: "Wer soll denn bloß auf 3D-Druck-Granulat, Perlon oder Druckerschwärze kommen ?"

Am Ende der Ausstellung erwartet die Besucher ein nachgebautes Fernsehstudio, wo in den Teams "Textil", "Metall", "Holz" und "Papier" ein Wissensquiz gespielt wird. FOTO: Kempner, Martin (mak)

Nach dem rund 90-minütigen Rundgang ist die inzwischen etwas nachgelassene Konzentration schnell wieder aufgefrischt. Die Gruppe trifft sich wieder im Fernsehstudio, um in vier Teams "Textil", "Metall", "Holz" und "Papier" ein Quiz nach dem Vorbild zahlreicher TV-Shows zu spielen. "Alle wollen der Quiz-Master sein. Und jeder will am Pult stehen, um die Fragen zu beantworten", sagt Jürgen Kratz und lacht. So ist es auch bei dem Besuch der Gesamtschüler aus Wuppertal, die sich bei den Fragen für den mittleren der drei Schwierigkeitsgrade entschieden haben. Sie haben gut mitgearbeitet, denn durch die Reihe wird blitzschnell reagiert und auf den Buzzer gehauen. Der Bruchteil einer Sekunde entscheidet, wer antworten darf.

Quelle: RP
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