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Grünes Licht von Verdi
Verkaufsoffene Sonntage in Solingen können stattfinden

Verkaufsoffene Sonntage in Solingen: Grünes Licht von Verdi
Am Wochenende ist so weit: Dann finden in Ohligs wie 2016 (Bild) Weihnachtsdürpel und Verkaufsonntag statt. Die Stadt wird die Gäste zählen. FOTO: Köhlen
Solingen. In Wuppertal wurde ein Advents-Shopping per einstweiliger Anordnung ausgebremst. Für Solingen gibt die Gewerkschaft indes Grünes Licht. Wie es 2018 weitergeht, ist aber noch nicht geklärt. Von Uwe Vetter und Martin Oberpriller

Die Solinger Einzelhändler dürfen aufatmen. Die verkaufsoffenen Sonntage vor Weihnachten können wie geplant stattfinden. Denn nachdem die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi das eigentlich für vergangenen Sonntag vorgesehene Advents-Shopping in Wuppertal-Elberfeld in der zurückliegenden Woche per einstweiliger Anordnung in sprichwörtlich letzter Sekunde zu Fall gebracht hat, steht mittlerweile fest, dass es einen ähnlichen Schritt in der Klingenstadt nicht geben wird.

Wie Verdi-Geschäftsführerin Sabine Hilgenberg gestern auf Anfrage unserer Redaktion versicherte, ist ein vergleichbares Vorgehen für die verkaufsoffenen Sonntage in Solingen nicht zu befürchten. Vielmehr, so betonte die Gewerkschaftssekretärin am Montag, sei hier "alles in Ordnung". Damit steht einem Einkaufsbummel in Ohligs und Wald jeweils am kommenden Sonntag, 10. Dezember, sowie in der Stadtmitte eine Woche später am dritten Advent (17. Dezember) nichts mehr im Weg.

Zuletzt hatte es vor allem unter den Händlern in der Innenstadt eine gewisse Verunsicherung gegeben. Weil Verdi in Wuppertal-Elberfeld den verkaufsoffenen Sonntag vom Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte stoppen lassen, war bei etlichen Solinger Geschäftsleute zunächst die Angst umgegangen, dem hiesigen Handel drohe das gleiche Schicksal.

Tatsächlich waren bei den Richtern in der Landeshauptstadt im Fall des Wuppertaler Verkaufssonntags einmal mehr das Rahmenprogramm um die geöffneten Geschäfte sowie die damit einhergehenden Besucherprognosen durchgefallen. So sah es das Gericht als nicht erwiesen an, wonach der geplante Weihnachtsmarkt in Verbindung mit einer weiteren Veranstaltung "so attraktiv sein" werde, dass er alleine mehr Gäste als der Verkaufssonntag anziehe.

Parallel hatte es in der richterlichen Entscheidung aber auch noch einmal geheißen, "ein Weihnachtsmarkt in der Adventszeit" könne durchaus "ein besonderer Anlass für eine Sonntagsöffnung" sein - wenn denn die Bedingungen stimmen würden.

Ein Punkt, den man in der Klingenstadt erfüllt zu haben glaubt. "Zusätzlich zum Weihnachtsmarkt auf dem Mühlenplatz wird auf dem Fronhof und dem Alten Markt ein weiterer Markt angeboten. Auf dem Fronhof gibt es unter anderem Eisstockschießen und Snowboarden", sagte am Montag beispielsweise Detlef Ammann, Vorsitzender des Werbe- und Interessenrings W.I.R. Innenstadt.

Ammann und seine Händlerkollegen sind jedenfalls überzeugt, dass in der Solinger Stadtmitte am dritten Advent alles rechtens sein wird - zumal der W.I.R. gestern noch einmal Rückendeckung von der Stadt erhielt. "Wir gehen derzeit davon aus, dass die offenen Sonntage in Wald und Ohligs sowie in der Innenstadt stattfinden. Diese Tage sind abgestimmt mit der Gewerkschaft", sagte Rechtsdezernent Jan Welzel. Denn schließlich hätten sich sämtliche Beteiligten schon im Sommer bei einem Runden Tisch darauf geeinigt, hieß es aus dem Rathaus.

Was indes nächstes Jahr mit den verkaufsoffenen Sonntagen im Stadtgebiet geschehen wird, vermag momentan niemand mit Gewissheit zu sagen. Zwar betonte Händler-Vertreter Ammann, man habe diesbezügliche Wünsche für die City bei der Stadt eingereicht. Und überdies wusste der W.I.R.-Sprecher zu berichten, dass auch die anderen Stadtteil-Werbegemeinschaften der Verwaltung ihre Vorstellungen vorgetragen hätten. Nur ist damit eine Entscheidung noch nicht automatisch verbunden.

Dezernent Welzel zeigte sich derweil verhalten optimistisch, dem Rat im Februar die Termine für die offenen Sonntage 2018 vorlegen zu können. "Wir sind derzeit in der Anhörung. Alle haben sich ein Stück weit mehr auf die aktuelle Rechtslage eingelassen", sagte der Beigeordnete. So wird die Stadt am Sonntag in Ohligs und Wald Zählungen sowie Befragungen unter den Besuchern durchführen, um zu ermitteln, wie viele Menschen wirklich wegen der Märkte kommen.

Quelle: RP
 
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