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Solingen
Verzögerung beim Galileum-Neubau

Verzögerung beim Galileum-Neubau
Im alten Gaskugelbehälter des Galileums (l.) sind derzeit vor allem die Stahlbauer aktiv. FOTO: CHRISTIAN BEIER
Solingen. Eine Eröffnung der Sternwarte Ende des Jahres ist weiterhin das Ziel. Der Rohbau soll bis Mitte Februar dicht sein. Für den noch offenen Betrag von 850.000 Euro hat die Walter-Horn-Gesellschaft eine Kreditzusage der Stadt-Sparkasse. Von Andreas Tews

Beim Neubau des Galileums in Ohligs wird derzeit der Rohbau eingerüstet. In der kommenden Woche, davon geht Dr. Frank Lungenstraß aus, können die Fenster- und Fassadenbauer anrücken, um das Gebäude bis Mitte Februar dicht zu machen. Angesichts der Abläufe auf der Baustelle hinter dem Hauptbahnhof ist der Vizepräsident der Walter-Horn-Gesellschaft aber vorsichtig. Dies betrifft auch den Eröffnungstermin. Nach wie vor peile man zwar Ende 2018 an, sagt Lungenstraß. Angesichts bisheriger Verzögerungen sei dies aber "sportlich". Er betont aber: "Niemand hat deswegen schlaflose Nächte. Solche Probleme gehören auf einer Baustelle zum ganz normalen Geschäft."

Die Walter-Horn-Gesellschaft, Betreiberin der Sternwarte an der Sternstraße, lässt für 7,2 Millionen das Galileum mit Planetarium und neuer Sternwarte bauen. Für das Planetarium wird ein alter Gaskugelbehälter der Stadtwerke umgebaut. Die Sternwarte wird in einem daneben gelegenen Neubau Platz finden. 80 Prozent der Kosten übernehmen der Bund und das Land. Ihren Eigenanteil von insgesamt 2,5 Millionen Euro finanziert die Walter-Horn-Gesellschaft weitgehend über Spenden. Für den noch offenen Betrag von 850.000 Euro - vor allem für die Technik - gibt es eine Kreditzusage der Stadt-Sparkasse.

Die bisherigen Verzögerungen erklärt Dr. Lungenstraß unter anderem mit Altlasten-Untersuchungen im Bereich des Neubaus und damit, dass in dem Gaskugelbehälter zusätzliche Verstärkungen und Träger eingebaut werden müssen. Die sollen verhindern, dass die Kugel unter ihrem eigenen Gewicht zusammensackt, wenn für die stählernen Übergänge zum Anbau Löcher in die Außenhaut geschnitten werden. Weitgehend fertiggestellt ist im Gaskugelbehälter der große Metallrost, auf dem sich die Besucher einmal bewegen werden. Vor Ostern sollten die Stahlwerker fertig sein, so hofft Lungenstraß, damit andere Fachfirmen mit dem Einbau von Holzbohlen beginnen können.

Über alle Gewerke sei bisher kaum eine Firma im gesteckten Zeitrahmen geblieben, berichtet der Vizepräsident der Bauherrin. Die Baufirmen seien zurzeit sehr gut ausgelastet. Das mache sich auch auf der Baustelle hinter dem Hauptbahnhof bemerkbar.

Ein Termin steht indes fest: Die alte Sternwarte schließt mit einer Sonderveranstaltung am 21. April (Beginn um 18 Uhr). Dann will die Walter-Horn-Gesellschaft laut Lungenstraß auch einen möglichst konkreten Eröffnungstermin für das Galileum verkünden. Die Pfingstferien will man für den Aus- und Umzug nutzen. Das Büro der Gesellschaft wird vorübergehend in einem Container untergebracht sein.

Die Verantwortlichen zerbrechen sich in den kommenden Wochen nicht nur über Stahl und Beton ihre Köpfe. Vermehrt arbeite man an den Inhalten, zum Beispiel einem Konzept für die Ausstellung, die im Neubau zu sehen sein wird. Auch mit der Art des Eintrittskarten- und Einlasssystems wird man sich befassen. Ende Februar werden die ehrenamtlichen Protagonisten und Fachleute laut Lungenstraß einen ganzen Tag zusammensitzen, um solche Dinge zu besprechen.

Die derzeitige Spendenlage bezeichnet Lungenstraß als "ordentlich". Nach wie vor seien die über den Kredit abgedeckten 850.000 Euro offen. Mit Hilfe von Spenden will die Walter-Horn-Gesellschaft aber möglichst hohe Sondertilgungen leisten. Gelingt dies, werde das Projekt für den Verein günstiger. Lungenstraß: "Wenn wir diese Lücke noch schließen könnten, wäre das ein Signal nach draußen."

Quelle: RP
 
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