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Solingen
Vielfältige Hilfen für Flüchtlinge in Solingen

Solingen. 50 Flüchtlinge pro Monat sind im Durchschnitt in der ersten Jahreshälfte 2015 nach Solingen gekommen. In diesem Monat wird sich diese Zahl nach Einschätzung von Sozialamtsleiter Jürgen Albermann verdoppeln, das Land schichtet seine Erstaufnahmekapazitäten um und weist den Städten im Lande derzeit mehr Menschen zu als erwartet. Die Asylbewerber menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen ist eine große Herausforderung für die Stadtverwaltung, doch sie hat viele ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Ein Überblick:

Deutschkurse, Patenschaften: Seit den ersten Januartagen ist in der Klingenstadt ein dynamisches Netzwerk aus Verwaltung, Verbänden, Vereinen und engagierten Privatleuten entstanden, das die Menschen, die nach ihrer Flucht in der Klingenstadt stranden, nicht allein lässt. Das Netzwerk organisiert Deutschkurse, Hausaufgabenhilfen für Kinder, Gesprächskreise und Beratungsstunden, es vermittelt freiwillige Paten an Familien, die Hilfestellungen im Alltag anbieten und es sucht nach privatem Wohnraum, um die Zahl derer, die in Übergangsheimen und Gemeinschaftsunterkünften leben müssen, möglichst gering zu halten.

Koordinierungsstelle: Die Fäden des Netzes zusammen halten Andrea Krumnacker von der "Koordinierungsstelle Flüchtlingshilfe", die die ehrenamtliche Hilfe organisiert, Udo Stock von der städtischen Koordinierungsstelle, die schwerpunktmäßig nach Wohnraum sucht und Sozialamtsleiter Jürgen Albermann. Regelmäßig treffen sie sich mit dem Sozialdezernenten Robert Krumbein, der Integrationsbeauftragten Anne Wehkamp und dem Sprecher der Wohlfahrtsverbände in Solingen, Horst Koss, um Informationen auszutauschen und Aufgaben zu verteilen.

Eine Frage, an deren Lösung noch gearbeitet wird, ist etwa die, wie die Spendenbereitschaft der Bürger sinnvoll kanalisiert werden kann. Zu viele Sachspenden werden unmittelbar in Notunterkünften angeliefert; Heimverwalter und Sozialarbeiter sind dort aber überfordert damit, ausgemusterte Schränke und Sitzgruppen zu sortieren. Runder Tisch Sichtbaren Ausdruck findet das Netzwerk im "Runden Tisch Flüchtlingshilfe", zu dem sich Fachleute aus Stadtverwaltung, Verbänden, Polizei, Kommunalpolitikern wie dem Zuwanderer- und Integrationsrat mit Engagierten aus der Solinger Zivilgesellschaft zusammengefunden haben. Auch Vereine wie die "Flüchtlingshilfe Solingen" oder "Solingen interaktiv" gehören dazu.

Zwei Mal hat das Plenum des "Runden Tisches" mit jeweils rund 50 Teilnehmenden getagt. Es wurden drei Arbeitsgruppen zu den Themen "Sprache, Kita, Schule", "Ehrenamt und soziale Begleitung" und "Wohnen" eingesetzt, die praktische Aufgaben zu lösen hatten. Auch wenn noch vieles zu tun bleibt, können sich die ersten Ergebnisse sehen lassen. Hier einige Schlaglichter:

Der Caritasverband Wuppertal/Solingen hat Projekte aufgelegt, wie zum Beispiel eines, das "Neue Nachbarn" heißt: Gemeindemitglieder sollen als Paten und Helfer gewonnen werden.

Das Diakonische Werk veranstaltet wöchentlich einen Willkommenstreff für arabische Flüchtlinge in einem Café in der Innenstadt. "Mama weiß Bescheid." heißt ein Gesprächskreis der VHS für arabisch sprechende Frauen.

Zum Sommersprachcamp für Flüchtlingskinder haben das Integrationszentrum, Caritas und Internationaler Bund eingeladen.

Die Naturfreunde begleiten Flüchtlingsfamilien zu Ausflügen, der Verein Flüchtlingshilfe bietet einen Begleitdienst für Asylbewerber an.

75 Bürger haben sich bisher bei Koordinatorin Andrea Krumnacker als Freiwillige Helfer gemeldet - 46 von ihnen im Alter zwischen 16 und 72 Jahren sind bereits im Einsatz, helfen Kindern bei den Hausaufgaben, begleiten Familien im Alltag.

Damit die Flüchtlinge nicht auf sich alleine gestellt sind und angemessen betreut werden, haben die Awo Arbeit & Qualifizierung gGmbH Solingen, der Caritasverband Solingen/Wuppertal und das Diakonische Werk Solingen in Kooperation mit der Stadt eine Koordinationsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe initiiert. Ihre Aufgabe ist, alle bereits vorhandenen ehrenamtlichen Akteure zu erfassen und neue Ehrenamtler zu gewinnen (Info-Telefon 59 44 82 35).

(red)
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