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Solingen
Virtuoses Duo in Gräfrath

Solingen: Virtuoses Duo in Gräfrath
J. Marc Reichow (Flügel) und Arne Neckelmann (Cello) begeisterten das Publikum bei ihrem Konzert mit ungarischen Melodien im Deutschen Klingenmuseums in Gräfrath. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Mit Stücken aus Ungarn und Österreich fesselte das wunderbar aufeinander abgestimmte Neckelmann-Reichow-Duo die Zuhörer im Stiftersaal am Klosterhof. Von Wolfgang Günther

Arne Neckelmann und J. Marc Reichow trafen sich zum ersten Mal vor 20 Jahren als Musikstudenten in der Hochschule Köln, als sie vom Amadeus-Quartett in der Kunst der Kammermusik unterwiesen wurden. Heute ist der in Solingen geborene Pianist Reichow ein anerkannter Klaviervirtuose mit dem Schwerpunkt Neue Musik. Arne Neckelmann hat eine Karriere als Solo-Cellist in verschiedenen Orchestern gemacht und ist ein gefragter Cellopädagoge. Immer wieder treffen sich die beiden aber zum gemeinsamen Musizieren.

Teile ihres Programms stellten die beiden Virtuosen am Samstagabend bei einem gut besuchten Konzert im Klingenmuseum vor. Begonnen wurde mit einer Bach-Sonate für Violoncello und Klavier. Im Mittelpunkt stand aber Musik aus Ungarn. Im 19. Jahrhundert galt die Musik der Zigeunerkapellen als typisch ungarisch. Erst Zoltán Kodály brachte mit seinem Freund Bela Bartók die echte ungarische Volksmusik auf das Konzertpodium. Das Duo spielte mit Verve die Sonate Op. 4 von Kodály.

Mitreißende Melodien

Auch Franz Liszt hat die Musik seiner österreich-ungarischen Heimat verarbeitet. Das Stück "La lugubre gondola" ("Die Trauergondel") durchzieht aber eine tiefe Schwermut. Ganz anders ist das bei der "Ungarischen Rhapsodie" des österreichischen Cellovirtuosen David Popper (1843-1913). Die Komposition ist eine Hommage an Liszt, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr weltweit gefeiert wird. Sie steht ganz in der Tradition der bekannten Rhapsodien von Liszt. Anfängliche Melancholie in der Musik weicht schnell mitreißenden Melodien – eine virtuose Leistung Neckelmann-Reichow-Duos.

Johannes Brahms vollendete in seinem Todesjahr 1897 die Neufassung seiner Violinsonate in ein Werk für Violoncello und Klavier, auch hier war in jeder Note zu spüren, wie wunderbar die beiden Solisten aufeinander abgestimmt sind. Viel Beifall, und eine fesselnde Zugabe trieb die Virtuosität der beiden Freunde in Gräfrath noch auf die Spitze.

Quelle: RP
 
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