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Solingen
Vom Schreibtisch ins Waschhaus Weegerhof

Solingen. GdW-Präsident Axel Gedaschko besuchte bei seiner "Sommertour" die SBV-Siedlung und die Seniorenwohnanlage in Höhscheid. Von Fred Lothar Melchior

Raus aus dem Elfenbeinturm oder der Käseglocke, wie es Ulrich Bimberg und Hans Werner Bertl formulierten, rein in die Realität: Der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsratschef des Spar- und Bauvereins Solingen begrüßten jetzt Axel Gedaschko am Weegerhof: "Der persönliche Kontakt zählt." Der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) machte auf einer seiner regelmäßigen "Sommertouren" zum ersten Mal Station in Solingen.

Die Siedlung sei ein richtiges Kleinod, lobte Gedaschko beim Rundgang: "städtebaulich extrem hochwertig". Der Typus Gartenstadt sei am gefragtesten, in Solingen werde das Ganze noch durch die Bezahlbarkeit und die Mitbestimmungsmöglichkeit der Mitglieder aufgewertet.

Der GdW ist genossenschaftlicher Spitzenverband; rund zwei Drittel der etwa 3000 Mitglieder sind Genossenschaften. Der SBV sei eine der ganz starken Genossenschaften, betonte Alexander Rychter, Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen.

Was der SBV als größte Wohnungsgenossenschaft des Rheinlands leistet, erläuterte Ulrich Bimberg an Beispielen - vom Sozialmanagement über Quartiers- und Integrationskonzepte bis zu speziellen Wohnangeboten für Senioren wie am Weegerhof. Bimberg: "Wir versorgen Menschen in jeder Lebenslage."

Die 1928/29 errichtete Siedlung Weegerhof, eine von drei großen SBV-Siedlungen in Höhscheid, sei zu ihrer Zeit vorbildlich gewesen, blickte Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul zurück. Es gab große Gärten zur Selbstversorgung, das (inzwischen auch als Museum genutzte) Waschhaus, einen Kindergarten, ein Lebensmittelgeschäft ("Konsum") und das Genossenschaftshaus mit Gastronomie. Nach rund achtjähriger Sanierung sind die Häuser heute wieder auf Vorzeigeniveau, gibt es ein Zusammenleben von Jüngeren und Älteren, von Alteingesessenen, Zugezogenen und Flüchtlingen.

Dass es an anderen Stellen im Land, etwa in Köln-Chorweiler, zur Ghettobildung kommt und die durch eine Neuregelung bei der Wohnungsgemeinnützigkeit gefördert werden könnte, macht nicht nur dem SBV-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Bimberg Sorgen. "Das ist im Moment eine Berliner Debatte", erläuterte Reiner Daams, Referatsleiter im nordrhein-westfälischen Bauministerium. "Wir sehen die Gefahr von Monostrukturen. Das wollen wir nicht."

Elfenbeinturm und Realität: Nach einem Imbiss im Waschhaus ging es für Axel Gedaschko weiter zum Bewohnertreff Oase der GWG Wuppertal. Zuvor hatten bereits Besuche in Bonn und Bergisch Gladbach auf dem Programm gestanden.

Quelle: RP
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