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Solingen
Von der Folklore zur klassischen Oper

Solingen: Von der Folklore zur klassischen Oper
Die vielseitige Musikerin Kathy Kelly begeisterte die Zuhörer beim Konzert in der Stadtkirche. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Das drittälteste Mitglied der bekannten musikalischen "Kelly Family" ist seit 15 Jahren als Solistin unterwegs. Ihr Auftritt mit dem Solinger Chor "Tonart" löste in der Stadtkirche am Fronhof Ovationen des Publikums aus. Von Wolfgang Günther

Die "Kelly Family" hat eine bewegte Geschichte. In wechselnder Besetzung reiste die Familie seit 1978 mit Daniel Kelly als strengem Familienoberhaupt durch die USA und Europa - und bestritt als Straßenmusiker mit einem englisch-irischen Programm an Liedern ihren Lebensunterhalt. Durch den plötzlichen Tod der Mutter musste Kathy Kelly schon früh für ihre kleineren Geschwister die Mutterrolle übernehmen. Aber auch bei ihr liegt die Musik im Blut. "Ich begann meine musikalische Ausbildung mit acht Jahren, im Alter von vierzehn Jahren wurde ich in die Gruppe eingebaut", erzählte die 1963 geborene Musikerin bei einem Gespräch in der Pause ihres Konzertes in der Stadtkirche am Fronhof. Kathy Kelly weiß es noch genau: "Einer meiner ersten Auftritte war hier in Solingen bei einem Stadtfest".

Die Sängerin begeistert im Konzert nicht nur mit ihrer großen Stimme, sondern auch mit ihren instrumentalen Fähigkeiten. Sie spielt Geige, Gitarre und Akkordeon, und sie wurde in der Stadtkirche von dem Pianisten Andreas Recktenwald am E-Piano begleitet. Etwa 200 Besucher waren zum Konzert von Kathy Kelly gekommen, und ihre großen Erwartungen wurden ganz sicher übertroffen. Von Solinger Seite lag die Organisation in den Händen der Chorakademie Bergisch Land, der gemischte Chor "Tonart" bestritt dann auch den Beginn des Konzerts. Chorleiter Artur Rivo hat das Repertoire seines Chors deutlich erweitert, Hits der deutschen Charts wie der Andreas Bourani-Song "Auf uns" begeisterten genauso wie die durch ständigen Rhythmuswechsel anspruchsvolle Ballade "Music Was My First Love" von John Miles.

Kathy Kelly war nicht sparsam mit ihren Liedern, sie spielte jene Songs der schottisch-irischen Folklore, die immer elegisch beginnen und doch meist ausgelassen enden. Dabei durfte natürlich die Ballade "Danny Boy" nicht fehlen, sie wurde zur inoffiziellen Hymne der Iren. Sie ließ es bei südamerikanischen Rhythmen so richtig krachen, legte aber auch einen Halt bei der klassischen Musik ein. Ihre Interpretation der Arie "Ebben" aus der Oper "La Wally" des italienischen Komponisten Alfredo Catalani beeindruckte sehr. "Die Oper ist meine heimliche Liebe, ich werde in diesem Sommer noch eine CD mit Arien von Giacomo Puccini veröffentlichen", so Kelly. Der vor zwanzig Jahren veröffentlichte Song "An Angel" war der erste Hit der Familie, er kam genauso zu Gehör wie die rockigen Lieder der Kathy Kelly. Am Ende zog der Solinger Chor wieder ein, mit dem Gospel "When The Saints" kamen zwar nicht die Heiligen nach vorne, aber mit der Solistin formierte sich ein begeisterndes Ensemble, das noch einmal lauten Beifall und stehende Ovationen auslöste.

Quelle: RP
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