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Solingen
Von Solingen und Bonn in den Dschihad

Solingen: Von Solingen und Bonn in den Dschihad
Bis heute ziehen die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und der Polizei Prozesse nach sich. FOTO: Kempner (archiv)
Solingen. Viele der Teilnehmer an den Salafisten-Krawallen vom 1. Mai wurden zu Kämpfern in Syrien.

Sie waren am 1. Mai 2012 aus ganz Deutschland angereist, um gegen das Zeigen der Mohamed-Karikaturen durch Pro NRW zu demonstrieren. Treffpunkt war die wenige Tage später geschlossene Millatu Ibrahim Moschee an der Konrad-Adenauer-Straße. Dass es sich bei den Demonstrationsteilnehmern nicht um unbedeutende Mitläufer handelte, hat jetzt auch das NRW-Innenministerium bestätigt. Wie die Deutsche Presseagentur gestern meldet, hat das Innenministerium Erkenntnisse darüber, dass 34 Personen, die seinerzeit in Solingen und am 5. Mai in Bonn in gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei verwickelt waren, vermutlich in den Dschihad gezogen sind.

1. Mai 2012 in Solingen: Salafisten attackieren Polizei FOTO: Kempner, Martin

Sie sollen nicht lange nach den Demonstrationen nach Syrien und in den Irak ausgereist sein. Der Bericht wurde jetzt über das Justizministerium im Innenausschuss des Landtags veröffentlicht. Bei vier der Ausgereisten hat das Ministerium Anhaltspunkte dafür, dass sie inzwischen ums Leben gekommen sind. Auch der Solinger Robert Baum soll unter den in Syrien getöteten Salafisten sein. Auch gilt als wahrscheinlich, dass er bei seinem Selbstmordattentat weitere Menschen mit in den Tod gerissen hat. Von den 34 Ausgereisten sollen acht wieder nach Deutschland zurückgekehrt sein.

Fotos: Pro NRW provoziert Muslime FOTO: dapd, Hermann J. Knippertz

Die Ausschreitungen vor dem Rathaus in Solingen sind nach wie vor Gegenstand von Gerichtsverfahren. So muss sich am kommenden Freitag, 24. April, um 10.30 Uhr im Saal S 8 des Amtsgerichts an der Goerdelerstraße ein Mann aus Pinneberg verantworten.

(aki)
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