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Ansichtssache
Vor Fördermittel-Antrag steht dieses Mal das Projekt

Ansichtssache: Vor Fördermittel-Antrag steht dieses Mal das Projekt
An dieser Stelle auf Schloss Burg soll ein Aufzug entstehen, um allen Besuchern einen problemlosen Zugang zu ermöglichen. Ohne Fördergelder ist diese Maßnahme nicht zu realisieren. FOTO: Radtke
Meinung | Solingen. Die Konzepte hören sich alle gut an. Eine Arena Bergisch Land würde Solingen gut zu Gesicht stehen, ein Tourismusmagnet Schloss Burg ebenfalls. Und ein möglicher Ersatz-Neubau für das Reparatur anfällige Hallenbad Vogelsang soll den Schwimmbetrieb für die Öffentlichkeit langfristig erhalten.

Wenn nur das liebe Geld in Zeiten der chronisch leeren Kassen im Solinger Rathaus nicht wäre. Nichts geht heute mehr ohne die finanzielle Hilfe vom Land oder sogar vom Bund, um etwas Nachhaltiges zu schaffen. Für die geplante 6000 Zuschauer fassende Mehrzweckhalle ist ein EU-Fördertopf angezapft, aus einem Sanierungsprogramm des Bundes soll der Hallenbad-Neubau finanziert werden. Um Schloss Burg fit für die Zukunft zu machen, hat Berlin zwar schon einen Betrag von 15 Millionen Euro zugesagt - hier müssen die Eigentümerstädte Solingen, Remscheid und Wuppertal jedoch noch beim Land NRW um weitere rund neun Millionen betteln.

In allen drei Fällen wäre das Geld für die Zukunft sicherlich gut angelegt. Und ausnahmsweise steht vor dem Fördermittel-Antrag jeweils das Projekt und nicht umgekehrt. Es ist in jüngster Vergangenheit vorgekommen, dass erst eine Ausschreibung zum Anlass genommen wurde, darüber nachzudenken, welche Maßnahme denn mit diesen Zusatzgeldern in der Stadt angestoßen werden könnte. Der Nachteil: Die Zuschüsse mussten stets mit Eigenanteilen aufgestockt werden. Viele Euro sind so zusätzlich ausgegeben worden.

FOTO: Kempner Martin

In die Kategorie "Unnötig viel Geld ausgegeben" gehört beispielsweise der Umbau des optisch aufgewerteten Entenpfuhls im Zuge des Stadtentwicklungskonzeptes "City 2013". Als "neues Tor zur Innenstadt" im Mai vorigen Jahres feierlich eröffnet fristet der Platz am unteren Ende der Haupt- straße knapp acht Monate später immer noch ein trostloses Dasein. Ein bisschen weniger hätte an dieser Stelle auch gereicht.

Quelle: RP
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