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Solingen
Vorsicht vor der Fitness-Vertragsfalle

Solingen. Wer als Neujahrsvorsatz regelmäßig im Fitnessstudio Sport treiben möchte, sollte sich gut über die Vertragsbedingungen informieren. Von Pia Bergmeister

Zum Jahresbeginn gute Vorsätze zu fassen, mehr Sport zu treiben und das Gewicht zu reduzieren, ist löblich. "Doch Sie sollten vorsichtig sein und nicht vor lauter Enthusiasmus im neuen Jahr unüberlegt einen Vertrag für ein Fitnessstudio unterschreiben", warnt Dagmar Blum. "Nicht selten sind neben hohen Beiträgen damit auch lange Vertragslaufzeiten verbunden", weiß die Leiterin der Solinger Verbraucherzentrale. Wer sich für eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio interessiere, solle zunächst überlegen, welche Angebote er tatsächlich nutzen möchte. "Sonst zahlt der Verbraucher oft für Zusatzleistungen wie Sauna oder Kurse, die er nie in Anspruch nimmt", so Blum. Anschließend sei es ratsam, in dem ausgewählten Studio ein kostenloses Probetraining zu absolvieren.

"Dies ist enorm wichtig, um einzuschätzen, ob ich mich in dem Studio wohlfühle, und sollte für jeden seriösen Anbieter eine Selbstverständlichkeit sein", bestätigt Susanne Franz von dem inhabergeführten Fitnessstudio "Topic" an der Bismarckstraße, das in diesem Mai seit 20 Jahren besteht. Natürlich verzeichne auch "Topic" zum Jahresbeginn ein Plus an Neumitgliedern. "Wir legen Wert auf langjährig zufriedene Kunden, beraten seriös, arbeiten nur mit ausgebildeten Trainern und gehen erstmal in Vorleistung, wenn ein Interessent sich einen individuellen Trainingsplan wünscht." Der älteste Hobbysportler bei "Topic" sei stolze 88 Jahre alt, berichtet Susanne Franz.

"Gute Beratung ist sehr wichtig, damit man gesundheitlich und finanziell keinen Schaden erleidet", sagt Verbraucherschützerin Dagmar Blum. Leider sei die Rechtssprechung häufig in Bezug auf Verträge für Fitnessstudios keineswegs verbraucherfreundlich. Der Bundesgerichtshof sieht Erstverträge von 24 Monaten ebenso als zulässig an wie eine Vertragsverlängerung bei nicht fristgerechter Kündigung um sechs Monate bei einem Monatsbeitrag von bis zu 50 Euro. "Achten Sie schon bei dem oft angebotenen Probemonat auf die Kündigungsfristen, um keine ungewollten Verlängerungen hinnehmen zu müssen. Und kündigen Sie grundsätzlich vor der Grundlaufzeit Ihres Vertrages per Einschreiben, wenn Sie keine Mitgliedschaft mehr wünschen", empfiehlt Dagmar Blum. Sie hat häufig mit Rat suchenden Verbrauchern zu tun, die ihre Verträge vor der Unterschrift nicht geprüft haben. "Auch ist uns eine Fitnessstudio-Kette bekannt, die in Solingen eine Filiale betreibt und Mitglieder nicht aus dem Vertrag entlässt, wenn ein ärztliches Attest vorliegt." Das sei unzulässig.

Im Fitnessstudio "Topic" haben Mitglieder die Möglichkeit, zwischen längeren und kürzeren Mitgliedschaften zu wählen und werden über Kündigungsfristen aufgeklärt: "Wer sich sechs Monate vertraglich an uns bindet, zahlt monatlich für alle Angebote 61,90 Euro", sagt Susanne Franz. "Bei 24 Monaten wird die Mitgliedschaft für uns planbarer, und der Kunde wird deshalb für seine lange Vertragsbindung mit einem wesentlich geringeren Monatsbeitrag belohnt."

Quelle: RP
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