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Solingen
Waffeln mit Puderzucker für den Kardinal im Café Gloria

Kardinal Woelki weiht Kinderhospiz ein
Kardinal Woelki weiht Kinderhospiz ein FOTO: Kempner, Martin
Solingen. Es ist das erste Mal an diesem Nachmittag, dass Rainer Maria Kardinal Woelki sich hinsetzt. Der erste Moment der Ruhe nach der Messe, die er am Morgen in der Clemenskirche gehalten hat, und dem anschließenden Empfang im Clemenssaal. Von Maxine Herder

Zwischen der evangelischen Pfarrerin Jutta Degen und dem katholischen Stadtdechanten Bernhard Dobelke schiebt der Erzbischof von Köln seinen Stuhl im großen Raum des Café Gloria in der Stadtkirche zurecht, dann kommt auch schon seine Bestellung: ein Kaffee, eine Waffel mit Puderzucker, keine Kirschen, kein Milchreis, ganz unkompliziert. Der Besuch in dem ökumenischen Café, das die Stadtkirche und St. Clemens als Unternehmergemeinschaft betreiben, ist Teil des Antrittsbesuchs Woelkis - und dieser wiederum die Einlösung eines Versprechens, sagt Dekanatsratsvorsitzende Dr. Ulrike Spengler-Reffgen. "Bei seiner Einführung im Kölner Dom hatte der Kardinal versprochen, Antrittsbesuche in allen Dekanaten zu machen.

Viele wollen den Kardinal sehen. Die Kirche St. Clemens ist bis auf den allerletzten Platz besetzt, viele Gläubige müssen stehen, rund 550 Menschen hören Woelkis Heilige Messe. Etliche von ihnen kommen im Anschluss in den Clemenssaal, einige, die nicht im Gottesdienst waren, warten dort lange vor seiner Ankunft. "Er kütt, er kütt", freut sich ein Mann, als der Kardinal die Goerdeler Straße entlang zum Clemenssaal schreitet. "Er hat durch seine Predigten sehr viel Aufmerksamkeit errungen", sagt Monika Mertens, die in der Gemeinde St. Clemens arbeitet. Viele wollen mit Woelki reden, einige etwas erzählen, manche Danke sagen. Hunderte Hände schüttelt der gebürtige Kölner, geht zu jedem Tisch, wechselt mit allen ein paar Worte. "Der kann es, ohne Zögern, ohne Geziere geht er auf die Menschen zu, so jemand brauchen wir", sagt eine 82-Jährige. "Er ist den Menschen näher als viele andere", schwärmt eine 65-Jährige.

Eine Gruppe indes, die sich mit einem Transparent vor dem Clemenssaal positioniert hat, will nicht reden, sondern Fragen stellen. Es geht um die Abberufung von Klinik-Pfarrer Jürgen Laß (wir berichteten). Die Protestierenden und der Kardinal kommen an diesem Tag nicht zusammen: Die einen fühlen sich unverstanden, der Kardinal betont, das Thema, zu dem noch keine Entscheidung getroffen sei, gehöre nicht in die öffentliche Diskussion.

Die Gläubigen, sagt Woelki einige Stunden später im Café Gloria, hätten ihn auf ganz unterschiedliche Dinge angesprochen, "das ganze Spektrum, was die Leute interessiert". Das ökumenische Café in der Stadtkirche gefällt dem Kardinal. "Ich finde die Idee spannend und interessant und wünsche, dass es hier zu einer festen Institution wird." Die Waffel jedenfalls sei hervorragend: "Und wenn es nicht zu unverschämt ist, würde ich auch noch eine zweite nehmen."

Quelle: RP
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