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Solingen
Wasserballer auf dem Trockenen

Solingen. Während der Bauarbeiten am Klingenbad weichen die Schwimmvereine nach Wuppertal sowie in die Hallenbäder Ohligs, Vogelsang und Birkerstraße aus. Das Schul-Schwimmen wird von 30 auf fünf Stunden zusammengestrichen. Von Uwe Vetter

Kurt Junker ist erleichtert. "Alles ist unter Dach und Fach", sagt der zweite Vorsitzende des Ortsverbandes Solinger Schwimmvereine mit Blick auf die Erweiterung des Sportbades Klingenhalle um ein 25-Meter-Becken inklusive Hubboden. Am 6. April sollen dort die Bagger anrollen, und damit Schwimmvereine und Schulen während der gut 15-monatigen Bauzeit nicht auf dem Trockenen stehen, weil das 50-Meter-Becken nicht genutzt werden kann, mussten Ausweichmöglichkeiten gesucht werden. "Der Stadtdienst Sport und Freizeit hat uns im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt. Natürlich sind wir nicht zufrieden, wir müssen uns einschränken und zusammenrücken", sagt Kurt Junker.

Doch alles, was nicht belegt war in den Hallenbädern Ohligs, Birkerstraße und Vogelsang, "das ist uns angeboten worden", meint der Vorsitzende des Schwimmvereins SC Solingen. Gleichwohl bedeuten die Bauarbeiten am Klingenbad eine "15-monatige Durststrecke" für die Vereine. Junker: "Alles, was kürzer ist, ist gut. Alles, was länger dauert, wäre fürchterlich."

Hängepartie für Wasserballer

Eine Hängepartie sieht Junker vor allem noch für die Zweitliga- Wasserballer des SC Solingen: "In der laufenden Saison haben wir die Heimspiele vorgezogen und haben jetzt nur noch Auswärtsspiele. Aber für die neue Saison ab Herbst dieses Jahres gibt es noch keine Lösung für die Heimspiele, da stehen wir noch völlig auf dem Schlauch."

Da hätten auch Gespräche mit Nachbarstädten bislang nichts gebracht. "Im Gegensatz zur Situation, als die Klingenhalle zwei Jahre wegen Sanierungsarbeiten gesperrt war, gab sich Wuppertal jetzt sehr zugeknöpft", berichtet Junker. Auch in Remscheid sei man auf Granit gestoßen, ebenso in Hilden. "Einzig Leichlingen zeigte Entgegenkommen, aber das Blütenbad ist für Wasserball nicht geeignet", weiß Kurt Junker.

Den zeitlichen Ausgleich der Schwimmvereine für den Verlust der 28 Zeitstunden in der Klingenhalle sieht Kurt Junker zwar im Großen und Ganzen gegeben, "aber wir verlieren natürlich deutlich Kapazität durch den Wegfall der acht Bahnen im Sportbad".

25 Schulstunden fallen weg

Während die Schwimmvereine einigermaßen über die Runden kommen, müssen 17 Schulen herbe Abstriche hinnehmen. "Priorität liegt bei der Nichtschwimmerausbildung und bei den Leistungskursen", sagt Udo Depping, Leiter des Stadtdienstes Schulen. Da die Nichtschwimmer-Ausbildung für Grundschüler ohnehin im Birkerbad und an der Sauerbreystraße stattfindet, können lediglich fünf der insgesamt 30 Zeitstunden aus der Klingenhalle im Birkerbad und an der Sauerbreystraße ausgeglichen werden. "25 Stunden fallen somit ins Wasser", sagt Depping.

Der Schwimmunterricht an den weiterführenden Schulen kann während der Umbauzeit des Klingenbades nicht angeboten werden. Alternativ soll das mit Sportunterricht in den Schul-Sporthallen aufgefangen werden.

Quelle: RP
 
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