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Marion Geißler-Schommer
Weg vom Computer - rein in die Natur

Marion Geißler-Schommer: Weg vom Computer - rein in die Natur
Marion Geißler-Schommer leitet die Waldschule. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Seit 30 Jahren vermittelt die Biologische Station Waldschule an der Strohner Höhe ihren Gästen die Nähe zu Fauna und Flora - mit Erfolg, wie Leiterin Marion Geißler-Schommer berichtet.

Welchen Draht haben Jugendliche aus der Stadt eigentlich heutzutage zur Natur?

Geißler-Schommer Es fällt schon auf, dass dieser Bezug verlorengeht. Wir hatten schon zwölfjährige Gäste, die noch nie zuvor im Wald gewesen waren und Mädchen, deren Eltern sie im weißen Röckchen hier hinschicken. Tätigkeiten mit ihren Händen auszuüben sind viele auch gar nicht gewohnt. Wenn die Jugendlichen aber erst einmal bei uns sind, zeigen sie auch ein großes Interesse an den Aktivitäten. Hier setzen wir mit unseren Angeboten an.

Wie viele Besucher hatte die Waldschule denn im vergangenen Jahr?

Geißler-Schommer In der Regel liegt unsere Besucherzahl bei rund 5000 pro Jahr. Dreiviertel davon sind Schul- und Kindergartenkinder. Im Sommer ist die Auslastung des Hauses sehr gut, im Winter könnte sie besser sein. Hier sind wir dabei, neue Formate zu entwickeln. Allerdings muss man zugeben, dass das Haus ja auch etwas abgelegen ist. Unser offenes Ganztagsangebot in den Schulferien kommt hervorragend an.

Kommen einige der Schüler privat mit ihren Familien wieder?

Geißler-Schommer Ja. Es kommt sogar oft vor, dass Kinder, die mit der Schule hier waren, später ihren Geburtstag bei uns in der Waldschule feiern und sich gegenseitig dazu einladen.

Im Zuge der Haushaltssanierung stand die Finanzierung der Waldschule vor gut einem Jahr auf der Kippe. Wie ist der Stand der Dinge?

Geißler-Schommer Zum Glück sind die Pläne vom Tisch. Wir finanzieren uns durch die Einnahmen aus Schulungen und Vermietungen sowie durch einen Zuschuss der Stadt für unser Personal. Der ist uns erhalten geblieben. Wir haben das Haus von den Stadtwerken gepachtet, sind aber für die Instandhaltung selbst verantwortlich.

Wie ist eigentlich Ihr Kontakt zur Waldschule entstanden?

Geißler-Schommer Ich war zu einem Tag der offenen Tür im Jahr 1998 hier und habe mich sofort in diese Einrichtung verliebt. Die Waldschule hat mich nicht mehr losgelassen. 2005 machte ich dann ein Praktikum und bin hiergeblieben.

Nun wird die Waldschule im Sommer 30 Jahre alt - Zeit, auf die vielen Arbeiten rund um das idyllisch gelegene Haus zu blicken.

Geißler-Schommer Das ehemalige Pumpenwärterhaus wurde in den letzten zehn Jahren um- und ausgebaut, hinzu kamen eine vollbiologische Kleinkläranlage, eine eigene Brunnenanlage und Photovoltaik. Das Grundstück wurde mit einem großen Teich-Biotop, einer Weinlaube, einem Holzbackofen und diversen Kleinbiotopen für Amphibien, Reptilien und Insekten ausgestattet.

Welche Arbeiten warten in der Zukunft auf Sie?

Geißler-Schommer Die Außenfassade des Hauses muss erneuert und der Platz hinter dem Haus neu gepflastert werden. Auch auf dem Außengelände ist einiges zu tun. Darüber hinaus sind wir ständig dabei, unser Ausbildungsangebot zu aktualisieren und zu erweitern.

Welche Höhepunkte erwarten die Gäste in den nächsten Monaten?

Geißler-SChommer Die erste Veranstaltung wird der Gehölzrückschnitt im Februar oder März sein. Dieses Angebot richtet sich an Familien - genauso wie die Kräuterwanderung im Frühling. Dabei sammeln wir mit den Teilnehmern Wildkräuter und zaubern etwas Tolles in der Küche daraus. Natürlich finden in diesem Jahr in den Ferien unsere traditionellen Ferienangebote für Schulkinder statt. Am 28. August veranstalten wir zum 30-jährigen Bestehen der Waldschule einen Tag der offenen Tür, bei dem unsere Freunde und Kooperationspartner beteiligt sein werden. Dabei kann ich den Gästen schon viele Überraschungen versprechen.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH MIT MARION GEISSLER-SCHOMMER.

Quelle: RP
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