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Solingen
Wegweiserin zu neuen Klangwelten

Solingen: Wegweiserin zu neuen Klangwelten
Astrid Kordak will Menschen für klassische Musik begeistern. FOTO: Jürgen Moll
Solingen. Astrid Kordak hält die Einführungen zu den Philharmonischen Konzerten der Bergischen Symphoniker. Von Christian Peiseler

Toll, wunderbar, ergreifend. Das sind Adjektive, mit denen Astrid Kordak die Besucher ihrer Einführungsvorträge zu den Philharmonischen Konzerten der Bergischen Symphoniker gerne entlässt. Ihre Aufgabe ist es, Lust auf Musik zu machen, vor allem auf klassische Musik. Die studierte Musikwissenschaftlerin hat nach dem plötzlichen Tod des Musikjournalisten Ulrich Mutz vor einem Jahr den Part der Einführungen übernommen. Ihre Vorträge locken viele Besucher ins Theater und Konzerthaus. Ihre Ausführungen ergänzt sie mit Musikbeispielen.

Aber braucht Musik einführende Worte? "Ich glaube, dass Musik eigentlich keinen Fürsprecher bräuchte, wenn wir sie ohne Erwartungen und mit ganzer Konzentration hören würden", sagt Kordak. Aber die Erwartungshaltung, die vorgefertigten Geschmacksurteile oder Hörgewohnheiten verstellen das reine, staunende Hören. "Die Menschen möchten immer gerne den Wohlklang", sagt sie. Aber die Musik Anton Bruckners zum Beispiel, dessen sechste Sinfonie die Bergischen Symphoniker in ihrem jüngsten Konzert gespielt haben, sei etwas ganz anderes als reiner Wohlklang. "Bruckner vertont die Abgründe", sag Kordak. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Zuhörer für Klangwelten zu interessieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es barocke, klassische, romantische oder moderne Klangwelten sind.

Nun darf man sich Astrid Kordak nicht als eine Musikwissenschaftlerin vorstellen, die nur Ohren für klassische Noten hat. "Ich liebe Tom Waits", sagt sie. Von dem Mann mit dem trinkenden Piano kennt sie alle Songs. Von Udo Lindenberg besitzt sie eine Platte mit Autogramm "Ahoi Astrid". Beim Stichwort Herbert Grönemeyer blitzen die Augen der Bochumerin. Über diese Künstler kann Kordak ähnlich leidenschaftlich sprechen wie über Satie und Glen Gould, über Mendelsohn und Tschaikowski. Ihre Leidenschaft für Musik tummelt sich auf einem sehr weiten Feld. Sie fühlt sich überall dort zuhause, wo es Klangwelten zu entdecken gibt.

Klavier, Geige, Oboe, Flöte und Gitarre. Kordak hat viele Instrumente gelernt. Eine professionelle Musikerin wollte sie nicht werden. Über Jahre hat sie als Vermittlerin und Programmgestalterin im Kulturbüro in Mülheim und Duisburg gearbeitet. Aber auf einmal fühlte sie sich wie in einem Hamsterrad, von Einführung zu Einführung eilend. Die Zeichen standen auf Veränderung. Vor allem, weil ihre zweite Leidenschaft neben der Musik das Schreiben ist.

Drei Monate Frankreich schafften Abstand, brachten Klarheit in ihre Beziehung zu ihrem Mann, und auch ein Buch unter dem Pseudonym Pia Baum. Titel: Lili heiratet ODER warum habe ich nicht NEIN gesagt? Klingt wie Musik.

Quelle: RP
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