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Solingen
Weiter kurze Wege für die Firmen des Arbeitgeberverbandes

Solingen. Die arbeitsrechtliche Beratung und Vertretung bis hoch zum Bundesarbeitsgericht gehört zu den Aufgaben, die der Arbeitgeberverband für seine Mitglieder im Bedarfsfall übernimmt. Aber auch Fragen der Arbeitszeitgestaltung, Informationen zum Tarif- oder Sozialrecht und die Aus- und Weiterbildung leistet der Solinger Verband für seine Mitgliedsunternehmen. Rund 70 Unternehmen mit gut 5000 Beschäftigten sind im Solinger Arbeitgeberverband (AGV) organisiert. Von Uwe Vetter

Rechtlich selbstständig ist der Verband mit Sitz im Industriehaus an der Neuenhofer Straße in Höhscheid, doch seit 2005 gehört der AGV zur Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände (VBU). "Mit Solingen gehören dem VBU elf Verbände an", sagt Dr. Klaus-Peter Starke. Der VBU-Geschäftsführer kümmert sich seit Monaten auch intensiv um den Solinger Verband, nachdem der langjährige Geschäftsführer Hans-Peter Pollmann zum 1. Mai dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet worden war.

Wie Pollmann, so pendelt auch Starke zwischen Solingen und Wuppertal. Denn der Rechtsanwalt ist neben dem Solinger Arbeitgeberverband - Vorsitzender ist Horst Gabriel - auch für die VBU-Mitgliedsverbände Metall Wuppertal/Niederberg, VABI, Handel, Großhandel - hier ist der Solinger Jan Peter Coblenz Vorsitzender - und Leder zuständig. "Ich bin stets erreichbar und mindestens drei Tage die Woche in Solingen vor Ort", sagt Starke.

Insgesamt 650 Mitgliedsunternehmen mit zusammen 70.000 Beschäftigten gehören dem VBU an, der seinen Sitz an der Wettinerstraße in Wuppertal hat. Serviceleistungen für die Unternehmen erbringen gehört ebenso zum Aufgabenfeld des Verbandes wie unternehmerische Interessen und Positionen deutlich zu machen. Aber auch die Vertretung bei Tarifauseinandersetzungen.

In der Metall- und Elektrobranche sitzt beispielsweise der Solinger Unternehmen Horst Gabriel für die bergische Region mit am Tisch, wenn verhandelt wird. "Ende März nächsten Jahres läuft der Tarifvertrag Metall aus", sagt Dr. Klaus-Peter Starke. Er geht davon aus, dass "in Zeiten relativ guter Beschäftigung" insbesondere Lohnforderungen im Mittelpunkt stehen. "Obwohl allein in den vergangenen fünf Jahren die Arbeitskosten für die Unternehmen um 20 Prozent gestiegen sind", erklärt der AGV-Geschäftsführer. Konjunkturell gute Zeiten bringen es aber mit sich, dass weniger vor den Arbeitsgerichten gestritten wird. "Das macht sich bemerkbar", sagt der Rechtsanwalt, "aber die Rechtsstreitigkeiten sind auch intensiver geworden". Gab es beim VBU in vergangenen Jahren beispielsweise 2000 Verfahren, so kümmern sich die Verbandsjuristen derzeit um 700 bis 800. "Wir informieren unsere Mitgliedsfirmen aber stets über Neuerungen im Arbeitsrecht, so dass weniger Fehler gemacht und Rechtsstreitigkeiten auch vermieden werden können", so Starke.

Großartige Veränderungen will der 60-jährige Jurist als AGV-Geschäftsführer nicht auf den Weg bringen: "Ich habe lange mit Hans-Peter Pollmann zusammengearbeitet, hier wird jetzt Kontinuität fortgesetzt. Für die Mitgliedsunternehmen gibt es weiter kurze Wege."

Quelle: RP
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