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Region
Kann ich das essen?

Solingen/Radevormwald. Im Sommer gehen viele Menschen in der Region auf Kräutersuche. Ein Großteil der gesammelten Pflanzen wird als "Unkraut" abgestempelt, oftmals fälschlicherweise. Was zum Verzehr geeignet ist und was nicht, erklärt Kräuterexpertin Sandra Blaschke unserem Autor Sebastian Esch.

Die meisten werden den Geschmack aus der Eissorte oder einem hochprozentigen alkoholischen Getränk kennen. Darüber hinaus dient Waldmeister noch in unzähligen weiteren Speisen als Aroma. Die Pflanze selbst, kennen aber nur wenige. Sie wächst am liebsten im Schatten in Laub- und Mischwäldern und auf feuchtem Untergrund. Waldmeister ist grün und hat kugelförmige Früchte, die sich dank ihrer Widerhaken, gerne bei Wanderern verfangen. Hier gilt allerdings besondere Vorsicht. Die Pflanze sollte nicht roh gegessen werden, da sie zu Kopfschmerzen und Übelkeit führt. "Ratsamer ist ein Griff zur nächsten Waldmeister-Maibowle", erklärt Blaschke.

Jeder kennt sie! Die Pflanze, die nahezu auf jeder Wiese, Weide und in jedem Garten wächst. Die Gänseblümchen mit ihren weißen Blättern und der gelben Knospe blühen hauptsächlich von März bis November, manchmal auch ganzjährig. Zum Verzehren findet man die Pflanze oft in Quarks oder Salaten, da sie leicht nussig und säuerlich schmeckt. "Ich mache mir die Gänseblümchen immer einfach aufs Brot", sagt Blaschke und weiter: "Ein einfaches Brot, darauf etwas Butter und dann die Blümchen." Das Gänseblümchen-Butterbrot sei bei ihrer Familie der Renner. Beim Essen und Pflücken der Gänseblümchen muss nichts beachtet werden.

Löwenzahn. Oftmals auch "Pusteblume" genannt. Der Name kommt durch den Blühprozess der Pflanze. Die Samen des Löwenzahns fliegen während diesem durch die Luft. Hauptblütezeit ist im April und Mai. Die Blätter können bedenkenlos gegessen werden. Zumeist werden sie in Kräutergemischen verarbeitet, da die Pflanze einen bitteren Eigengeschmack hat.

Wächst zurzeit an "allen Ecken und Enden", sagt Sandra Blaschke. Die anfangs abgerundeten und später spitzen Blätter haben einen scharf-bitteren Geschmack, der an Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebel erinnert. Das passt in einen Salat oder zu einem Brotaufstrich wie Knoblauchrauken-Butter. "Ab etwa Ende August trägt die Knoblauchrauke kleine Schoten mit Samen darin. Vermengt man die gemörserten Samen mit Salz erhält man ein tolles Gewürz", erklärt die Kräuterexpertin. Außerdem sei auch ein leckeres Pesto daraus zu machen, erklärt sie weiter.

Das Kraut wächst vermehrt an Wegrändern, in Gärten und auf Wiesen. Das Hirtentäschel ist an den kleinen herzförmigen Samenkapseln zu erkennen. In der Regel enthält eine Pflanze etwa 20 bis 40 von diesen Samentaschen. Sie wächst und blüht fast über das gesamte Jahr. Die weißen Blüten dienen zum Verzehr und auch zur Dekoration. Der würzige Geschmack mit einem Hauch von Schärfe macht die Pflanze zu einer hervorragenden Zutat für Quark oder Butter. "Im Bergischen Land ist der Hirtentäschel allerdings eher selten zu finden", erklärt Kräuterexpertin Sandra Blaschke. Besonders häufig wächst das Kraut dagegen beispielsweise in Regionen um die Eifel herum, erläutert sie weiter.

Gesehen hat diese unbeliebte Pflanze vermutlich schon jeder, den Namen kennen aber die wenigsten. Giersch streckt sich durch die flächendeckenden Wurzeln meist durch ganze Gärten. Dazu findet man sie an Hecken und Zäunen. Giersch an sich ist vollkommen ungefährlich und ihr mild-würziger Geschmack wird oft in Suppen oder Soßen verwendet. Allerdings hat die Pflanze sehr ähnlich aussehende und giftige Verwandte wie den Schierling oder die Hundspetersilie, weswegen Vorsicht angebracht ist.

Das auch als "bergischer Spargel" bekannte Kraut ist vielseitig nutzbar. Die Blätter passen gut in einen Salat oder ein Smoothie-Getränk. Mit einem Kupfertuch die Bärenklaustängel abreiben und dann andünsten - fertig ist der "Spargel". Vorsicht: Es gibt Verwechslungsgefahr mit einem giftigen Kraut - dem Schierling. Ein Blick auf die Stängel ist wichtig. Sandra Blaschke nennt ein Sprichwort als Hilfestellung: "Ist der Stängel kantig-rau, handelt's sich um Bärenklau!" Und weiter: "Sind die Stängel fleckig und rund heißt es 'Finger weg'!"

Ist ein alt-bergisches Gewächs mit typisch rötlichen Stängeln und weißer Blütenpracht im Hochsommer. "Mit den Mädesüßblüten lässt sich eine selbst gemachte Sahne aromatisieren sowie ein leckerer Sirup machen", erklärt Blaschke. Und selbst die Wikinger wussten das Kraut schon zu schätzen. "Man nennt den Sirup auch Wikinger-Sirup, weil diese das früher in ihren Met gekippt haben." Zudem haben sich Imker damals mit Mädesüßblüten eingerieben, um wandernde Bienenstöcke anzulocken. Madesüßtee wirkt außerdem schmerzlindernd.

Die Pflanze ist sehr reichhaltig an Vitamin C und Mineralstoffen. Scharbockskraut wächst sehr früh im Jahr, meist schon im Februar und ist dann auch am besten zum Verzehr geeignet. Mit der Pflanze lässt sich ein Salat verfeinern. Aber trotzdem Vorsicht: Ab der Blüte darf es nicht mehr verzehrt werden.

Der pflanzliche Alptraum vieler spielender Kinder. Jeder, der mit der Brennnessel in Kontakt gekommen ist, weiß: Hier ist zumindest beim Pflücken und Berühren Vorsicht geboten. Handschuhe sind beim Ernten der Pflanze unumgänglich. Ansonsten drohen Brandwunden. Die beste Zeit zum Ernten ist zwischen Mai und August. Durch das Abwaschen mit Wasser verliert die Pflanze ihre Gefährlichkeit. Der berühmteste Verzehr des Krautes ist in flüssiger Form als Brennnesseltee. Sie eignet sich aber auch in Suppen und Salaten. Zudem lässt sich daraus eine super Quiche machen", weiß Blaschke.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: RP
 
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