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Solingen
Weniger Brände - mehr Verletzte

Solingen: Weniger Brände - mehr Verletzte
FOTO: Feuerwehr Solingen/Carla schnettler
Solingen. Die Solinger Feuerwehr wurde 2015 fast 27.000 Mal alarmiert. Die Bandbreite der Einsätze ist groß: Von Rettungsfahrten zu Infarktpatienten über Katzen, die es alleine nicht mehr von einem Baum schaffen, bis hin zu böswilligen Fehlalarmen. Von Martin Oberpriller

Aufgeregte Anrufer, die einen Brand melden wollen, verzweifelte Angehörige, die dringend Hilfe für einen nahen Verwandten benötigen, und Menschen, die gerade Zeuge eines schweren Verkehrsunfalls geworden sind - die Solinger Feuerwehrleute hatten auch im zurückliegenden Jahr wieder alle Hände voll zu tun. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Bericht der Feuerwehr hervor, in dem allein für die Klingenstadt im Jahr 2015 insgesamt fast 27.000 Alarmierungen festgehalten sind.

Dabei fällt die Bilanz der Rettungskräfte durchaus differenziert aus. So zählten die Verantwortlichen im vergangenen Jahr zwar insgesamt einige hundert Alarme weniger als noch 2014. Und die Anzahl der Großbrände ging zuletzt von sieben auf fünf Einsätze ebenso zurück wie die Einsätze wegen Verkehrsunfällen sowie anderen Verkehrsstörungen (2015: 271). Doch von einer Entwarnung kann keine Rede sein. Denn die Summe aller verletzten Zivilpersonen stieg laut Feuerwehrbilanz 2015 beispielsweise von 33 auf 36 an, während die Zahl der Getöteten mit sieben Menschen im Vergleich zum Vorjahr gleich hoch geblieben ist.

Die Bandbreite der Einsätze ist groß. Ob es um Katzen geht, die zwar auf einen Baum heraufgekommen sind, den Abstieg aus eigener Kraft aber nicht mehr schaffen, oder die Feuerwehr mitanpacken muss, wenn innerhalb weniger Tage eine Schule für Flüchtlinge herzurichten ist: Immer wieder werden die Einsatzkräfte vor ebenso anspruchsvolle wie unterschiedliche Aufgaben gestellt.

Auch aus diesem Grund ist es notwendig, die Art der Einsätze und deren Schwierigkeitsgrad möglichst schnell so exakt, wie es eben nur geht, festzustellen. So wenden die Beamten in der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle Solingen/Wuppertal seit einigen Jahren eine sogenannte strukturierte Notrufabfrage an, mit deren Hilfe Anrufer - etwa bei medizinischen Notfällen - gegebenenfalls sogar in die Lage versetzt werden, bis zum Eintreffen der Retter Erste Hilfe zu leisten. Tatsächlich gingen bei der Leitstelle 2015 allein aus Solingen unter der Notrufnummer 112 über 36.000 Anrufe ein, von denen rund zwei Drittel später zu einem Einsatz führten, heißt es in dem ebenfalls in der vergangenen Woche veröffentlichten Leitstellen-Qualitätsbericht für das vergangene Jahr.

Gleichwohl bereiten Fehlalarme den Verantwortlichen nach wie vor Sorgen. So erwiesen sich 2015 von den in der Summe 319 Alarmierungen aufgrund von Bränden 141 im Nachhinein als falsch. Und was besonders ärgerlich ist: Die Zahl der "böswilligen Alarmierungen" sank nur unwesentlich. In 14 Fällen wurden die Feuerwehrleute von Anrufern mutwillig zu falschen Brandorten geschickt. Zum Vergleich: 2014 gab es 16 solche Fälle.

Quelle: RP
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