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Solingen
Weniger Fahrgäste in den Linienbussen

Solingen: Weniger Fahrgäste in den Linienbussen
Die Kleinbuslinien von Wald ins Lochbachtal und von Wald über Eipaß/Nordpol und Gräfrath in die Hofschaft Nümmen sowie das Gewerbegebiet Dycker Feld sollen zum Jahresende aufgegeben werden. Die Nachfrage sei zu gering. FOTO: Martin Kempner (Archiv)
Solingen. Obwohl die Einwohnerzahl von Solingen gestiegen ist, fahren immer weniger Menschen mit dem Bus. Die Fahrgastzählung 2015 hat einen Rückgang von vier Prozent ergeben. Im Liniennetz sind Streichungen geplant. Von Uwe Vetter

Über 20 Millionen Fahrgäste wurden 2013 in den Stadtwerke-Bussen gezählt. Jüngste Erhebungen im vergangenen Jahr haben indes einen deutlichen Rückgang ergeben, und zwar um vier Prozent. Gleichzeitig ist aber die Einwohnerzahl von Solingen um 1,8 Prozent gestiegen, die Kfz-Zulassungen gar um 3,7 Prozent. Und der negative Pendlersaldo hat sich um 3,1 Prozent erhöht.

Sparen ist angesichts des rückläufigen Fahrgastaufkommens also angesagt im ohnehin seit Jahren defizitären Stadtwerke-Bereich Verkehr. Kämmerer Ralf Weeke will den Verlust jedenfalls auf neun Millionen Euro deckeln. "Das kann man erreichen, wenn man den öffentlichen Personennahverkehr nach der Fahrgastzählung von 2015 ausrichtet", sagt Bernd Krebs (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität. Auch der für den Bereich Verkehr zuständige Stadtwerke-Geschäftsführer Conrad Troullier sieht die Sparerfordernisse. Von Kahlschlag könne keine Rede sein. Kommenden Montag sind die Ergebnisse der Fahrgastzählungen 2013 und 2015 und die damit verbundenen Einsparvorschläge im Busliniennetz Thema im Ausschuss. Der Fahrgastbeirat trifft sich zuvor zu einer Sondersitzung.

So sollen beispielsweise die Kleinbuslinien zwischen Gräfrath und Wald aufgrund zu geringer Fahrgastnachfrage und Inanspruchnahme zum Jahresende aufgegeben werden. Diese Linien wurde 2013 eingerichtet und führen von Wald ins Lochbachtal und von Wald über Eipaß /8Nordpol und Gräfrath in die Hofschaft Nümmen sowie das Gewerbegebiet Dycker Feld. Weil der Fuhrpark der Stadtwerke nicht über einen Kleinbus verfügt, wurde der Auftrag vergeben - mit erheblichen Kosten von rund 200.000 Euro.

Bei den Obus-Linien 681 bis 686 könnte durch Optimierung der Einsatzplanung ein Einsparpotenzial von etwa 10.000 Kilometern im Jahr erreicht werden. Die Streichung des Nachtexpresses sonntags bis donnerstags wäre ebenfalls denkbar. Die CDU hatte in der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid vorgeschlagen, die Linie 683 von Vohwinkel nach Burg/Bahnhof an der Wendeschleife Krahenhöhe zu stoppen. Der Gelenkbus soll hier durch einen Kleinbus ersetzt werden, der weiter nach Burg fährt. "Bis Krahenhöhe sind die Fahrgastzahlen in Ordnung, danach wird es leer in den Bussen", sagt Bernd Krebs. In Summe ergibt sich durch die Vorschläge eines Gutachters ein jährliches Einsparpotenzial von rund 150.000 Kilometern. Das würde 300.000 Euro einsparen, die Streichung der Kleinbuslinie zusätzlich 200.000 Euro.

Alle Streichungen im Linienverkehr sind dem Fahrgastbeirat indes ein Dorn im Auge. Das Gremium appellierte Anfang September, den Leistungsumfang des vom Stadtrat im Mai 2013 beschlossenen Nahverkehrsplanes beizubehalten. Beim Busangebot, so die Forderung, solle es keine weiteren Kürzungen geben.

Aber auch der Beirat weiß, dass eingespart werden muss. "Man muss über Leistungseinschränkungen nachdenken", sagt Ernst Lauterjung. Er ist Vorsitzender des Fahrgastbeirates und gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrates der Stadtwerke Solingen. "Das alles will aber sehr gut überlegt sein", ergänzt Lauterjung. Er und Bernd Krebs gehen davon aus, dass am Montag im Ausschuss noch keine Entscheidungen getroffen werden. Vielmehr werde das im Rahmen der Finanzklausur am 5. Dezember geschehen.

Quelle: RP
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