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Solingen
Wenn der Funke überspringt

Solingen: Wenn der Funke überspringt
Regelmäßig lässt der Gospelchor Unisono bei seinen Konzerten am Ketzberg den Funken der Begeisterung überspringen. Gleiches ist den 50 Sängerinnen und Sängern nun auch beim Jubiläumskonzert vor 1000 Zuschauern gelungen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Mit einem bunten Riesenprogramm begeisterte der Chor Unisono rund 1000 Fans bei seiner Gospelgala im Konzertsaal. Von Jan Crummenerl

So etwas erlebt man selten: Der mit rund 1000 Besuchern voll besetzte Konzertsaal steht Kopf. Oder besser: auf den Füßen. Denn nach dem letzten Stück des Gospelchores Unisono hält es keinen mehr auf den Sitzen und ein frenetischer Jubelsturm bricht los. Das ist wahrscheinlich das schönste Geschenk, das dem Chor gemacht wird, der mit dieser Gospelgala seinen 20. Geburtstag gefeiert hat. Dabei gibt es im Vorfeld durchaus ein paar Bedenken. Sollte man das heimelige Ketzberg gegen den großen Konzertsaal eintauschen ? Kann da der Funke überspringen ? Er tat es bis in die letzten Reihen. Denn mit 21 Nummern wird das zweieinhalbstündige Konzert zu einem Feuerwerk musikalisch abwechslungsreichen Temperaments.

Im dunklen Saal heben die rund 50 Sängerinnen und Sänger mit "The Lord is His Holy Temple" gospel-klassisch an. Langsam wird es hell - und vor allem bunt. Mit "Blessed be His Name" wird auch in der Chorbewegung schwungvoll Fahrt aufgenommen, bevor dann beim soulig genommenen "Bevor the Universe" die für Unisono so typischen farbenfrohen Halstücher herausgezogen und geschwenkt werden. Für die musikalische Qualität des Chores und vor allem auch der Chorarbeit zeugt vor allem, dass es hervorragende Solisten aus den eigenen Reihen gibt, die jedem Stück mit ihrer besonderen Stimme einen ganz eigenen Charakter geben: Franziska Simiot, Manuela Küll, Angelika Moldt, Susi König oder Nadine Müller. Und wenn dann Karsten Platz und Sascha Kühl im Duett "You raise me up" als sanfte Ballade zelebrieren, weiß man, dass Unisono auch keine Sorgen um die Männerstimmen haben muss.

"Ich bin ein echter Fan von euch", spricht Gerd Brems, Geschäftsführer des Paritätischen, dem Publikum aus der Seele. "Darum ist das auch mein Geschenk für euch." So gibt Brems den munteren Moderator. Und wie das so ist, gibt es bei einer Gala auch Gäste. Das sind die anderen drei Chöre aus Ketzberg. Rhythmisch hochprägnant und mit einem strahlenden Chorklang präsentiert sich Young Voices. Auch sie haben eine gute Solistenriege in den eigenen Reihen. Etwa Vanessa Schilling, die vor ihrem Solo in "Take me to heaven" selbst besungen wird - vom Publikum mit einem Ständchen. Denn die Jugendliche hat just am Konzerttag Geburtstag. Und auch der Nachwuchs stimmt. Die Soul-Teens ergänzen prima Nummern wie "You are my Song".

Und der Klassikchor Ketzberg gratuliert - selbstredend klassisch - mit einem sehr gelungenen "Herr über alle Himmel weit" von Händel. Insgesamt rund 140 Sänger stehen bei der Gala auf der Bühne. Eine tragende Säule ist auch die blendet aufgelegte Hausband von Unisono. Mal dezent, mal fetzig, immer gekonnt, geben sie dem Konzert den ganz eigenen Sound.

Und da ist noch jemand. Eine, bei der alle Fäden zusammenlaufen: Elisabeth Szakacs. Das sympathische Temperamentsbündel leitet alle vier Ketzberger Chöre und holt mit ihrer beflügelnden Art alles aus ihren Sängerinnen und Sängern heraus. Nicht umsonst wird sie schon zu Beginn des Konzertes bejubelt - für ihr Können und ihre fröhliche Leidenschaft. Bei vier Chören und vielen Solisten kann man natürlich munter variieren, was den Abend besonders spannend macht. So etwa wenn sich eine kleine Frauengruppe aus Unisono, Young Voices und Soul-Teens mit Nachmützen, Nachthemden und Bademänteln bewaffnet und mit Kissen und Teddybär müde auf die Bühne schlurft, um dann um so hinreißender "Mr. Sandman" hinzulegen: Swingtime ist angesagt - zudem mit einer kleinen bezaubernden Choreografie. Mit Bewegung, Gesten, Lichteffekten, Bildeinspielungen und natürlich mit einer tollen Chormusik wird die Gala richtig zur Gospelshow.

Quelle: RP
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